Viljandi































































Viljandi





Wappen
Wappen


Flagge
Flagge



Staat:

Estland Estland

Kreis:

Viljandimaa lipp.svg Viljandi

Gegründet:
1283

Koordinaten:

58° 22′ N, 25° 36′ O58.36666666666725.683Koordinaten: 58° 22′ N, 25° 36′ O

Höhe:
83 m

Fläche:
14,62 km²
 

Einwohner:
17.868 (2012)

Bevölkerungsdichte:
1.222 Einwohner je km²

Zeitzone:

EET (UTC+2)

Telefonvorwahl:
(+372) 043
 

Bürgermeister:
Ando Kiviberg

Postanschrift:
Linnu 2
71020 Viljandi

Website:

www.viljandi.ee


Karte von Estland, Position von Viljandi hervorgehoben

Viljandi (deutsch: Fellin) ist eine Hansestadt in Estland und die Hauptstadt des Kreises Viljandi im Süden des Landes. Mit knapp 18.000 Einwohnern[1] ist sie die sechstgrößte Stadt Estlands.


Die Entfernungen zu anderen Städten Estlands betragen: Tallinn 161 km, Tartu 81 km, Pärnu 97 km.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geschichte


  • 2 Politik


    • 2.1 Stadtverwaltung


    • 2.2 Städtepartnerschaften




  • 3 Wirtschaft


  • 4 Kultur, Bildung, Sport


  • 5 Verkehr


  • 6 Söhne und Töchter der Stadt


  • 7 Literatur


  • 8 Einzelnachweise


  • 9 Weblinks





Geschichte |




Johanneskirche Viljandi


Die ältesten Siedlungsfunde am Viljandi-See gehen bis ins fünfte Jahrtausend vor Christus zurück. Spätestens in der Wikingerzeit war von den Esten eine Burg errichtet worden. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte 1154 durch den Geographen Al-Idrisi.


Im 12. Jahrhundert setzte die erste dauerhafte Besiedlung rund um die Festung Viljandi ein, welche auch wirtschaftliches Zentrum des späteren Sakala-Distriktes wurde.


Nach dem Freiheitskampf im frühen 13. Jahrhundert wurde Viljandi durch den deutschen Schwertbrüderorden erobert. 1224 begann an Stelle der hölzernen Befestigung der Bau einer mächtigen Ordensburg, die als zeitweise größte des Baltikums galt. Sie wurde in den folgenden 200 Jahren immer weiter ausgebaut und modernisiert.


Im Jahre 1283 bekam Fellin die Stadtrechte vom Ordensmeister Wilhelm von Endorpe (Wilhelm oder Willikin von Endorpe gefallen am 26. März 1287 bei Riga im Kampf gegen die Semgallen) verliehen. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde Fellin Mitglied der Hanse und somit wichtiger Punkt auf der Handelsroute von und nach Russland. 1346 wird die Stadt als Hansestadt in Dokumenten der Hanse erwähnt. 1365 wurde in Fellin der Friedensvertrag zwischen Dänemark und der Hanse unterzeichnet.


Während des Livländischen Krieges 1560 wurden Stadt und Ordensburg teilweise zerstört. Im Polnisch-Russischen Krieg, Anfang des 17. Jahrhunderts, folgte dann die weitestgehende Zerstörung der Anlage. Von der damaligen Pracht zeugen heute nur noch die am See gelegenen Schlossberge mit teilweise unversehrt gebliebenen Mauern.


Unter der schwedischen Herrschaft im 17. Jahrhundert wurde Fellin das Stadtrecht entzogen. Dieser Zustand hielt bis 1783 an, als durch eine Reform Katharina der Zweiten Fellin zur Hauptstadt des Kreises Fellin im Gouvernement Livland wurde. Mit dem wachsenden ökonomischen und politischen Einfluss stieg auch die Bevölkerung Viljandis wieder an.
Bis heute ist Viljandi als Kreishauptstadt und mit diversen kulturellen Veranstaltungen ein bedeutendes Zentrum im Süden Estlands.



Politik |



Stadtverwaltung |


Die Stadtverordnetenversammlung Viljandis besteht nach den Wahlen vom 15. Oktober 2017, aus 27 Mitgliedern.[2] Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen (Spalte +/−: Differenz zur vorigen Wahl im Oktober 2013):




Rathaus von Viljandi

































Partei Mandate +/−
Sozialdemokratische Partei 9 + 1
Estnische Reformpartei 8 ± 0
Pro-Patria- und Res-Publica-Union 6 − 2
Zentrumspartei 2 − 1
Konservative Partei 2 + 2

Pro-Patria- und Res-Publica-Union, die Estnische Reformpartei und die Zentrumspartei bilden in der Periode 2017–2021 eine Koalition.[3]



Städtepartnerschaften |


Viljandi pflegt Städtepartnerschaften mit





  • LettlandLettland Valmiera in Lettland, seit 1960


  • FinnlandFinnland Porvoo in Finnland, seit 1961


  • DeutschlandDeutschland Ahrensburg in Schleswig-Holstein, Deutschland, seit 1989


  • SchwedenSchweden Härnösand in Schweden, seit 1990


  • SchwedenSchweden Eslöv in Schweden, seit 1991


  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Frostburg in Maryland, USA, seit 2000


  • LitauenLitauen Kretinga in Litauen, seit 2008


  • UkraineUkraine Ternopil in der Ukraine


  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cumberland in Maryland, USA, seit 2013




Wirtschaft |


Viljandi ist in der Region neben Pärnu und Tartu ein wichtiger Wirtschaftsstandort.
Folgende Unternehmen sind in Viljandi ansässig:




  • AS Hansa Candle

  • AS Vennad-Dahl

  • AS VEOLIA KESKKONNATEENUSED

  • Benexon OÜ

  • BHC AS

  • CLEVERON OÜ

  • DELUX OÜ

  • Dold Puidutööstus AS

  • Eesti Energia

  • Eesti Gaas

  • ESPAK AS

  • Esro AS

  • Farm Plant Eesti AS

  • Foreco Homes AS

  • Galvi-Linda AS

  • Kinema OÜ

  • Kolmeks AS

  • Leho Kaubandus OÜ

  • Lehola OÜ

  • Nett AS

  • Pärlin AS

  • Pleksor OÜ

  • Rovex AS

  • Sveba-Dahlen Baltic AS

  • Sovek AS

  • Tere AS Viljandi

  • TRAFOX EESTI OÜ

  • Trame AS

  • OÜ PRINT BEST PRINTING HOUSE

  • Viljandi Metall AS

  • Viljandi Naftabaas OÜ

  • Viljandi Aken ja Uks AS

  • WÜRTH AS




Kultur, Bildung, Sport |


Viljandi ist Veranstaltungsort des international bekannten, jährlichen „Viljandi Folk Music Festivals“.


Das Theater Ugala in Viljandi besteht seit 1920. Des Weiteren gibt es noch ein Puppentheater für Kinder, ein Kino, eine Bowling-Bahn, eine Sportschule mit Ruderclub, eine Musikschule und eine Hobbyschule für Freizeitaktivitäten.


Die Universität Tartu unterhält in Viljandi mit der Viljandi-Kulturakademie der Universität Tartu eine Höhere Bildungseinrichtung, die private Estonian Entrepreneurship University of Applied Sciences eine Niederlassung.[4]


Der Verein Tulevik Viljandi spielt in der zweithöchsten Liga, der höchsten estnischen Fußballliga. Der Verein trägt seine Heimspiele im Viljandi Linnastaadion aus.



Verkehr |


Es gibt eine Bahnverbindung von Viljandi nach Tallinn. Ansonsten kann man vom Busbahnhof (Viljandi Bussijaam) aus sämtliche Städte und Orte in Estland erreichen. Von dort aus fahren mehrmals täglich ca. 50 Buslinien ab. Innerhalb der Stadt Viljandi und dessen Vororten gibt es auch ein Busnetz mit 8 Linien.



Söhne und Töchter der Stadt |




  • Franz Burchard Dörbeck (1799–1835), deutschbaltischer Karikaturist und Maler


  • Leopold v. Pezold (1832–1907), Journalist, Lehrer und Autor


  • Johann Mathias von Holst (1839–1905), deutschbaltischer Architekt


  • Hans Schmidt (1854–1923), deutscher Musiker (Komponist und Klavier) und Dichter


  • Elisabeth Schiemann (1881–1972), deutsche Genetikerin und Kulturpflanzenforscherin


  • August Osvald Westrèn-Doll (1882–1961), deutsch-baltischer lutherischer Theologe und Pfarrer


  • Joakim Puhk (1888–1942), Unternehmer und Sportfunktionär


  • August Alle (1890–1952), Schriftsteller


  • Evi Liivak (1924–1996), Violinistin


  • Uno Naissoo (1928–1980), Komponist und Musikpädagoge


  • Henn-Kaarel Hellat (1932–2017), Schriftsteller


  • Steen Olaf Welding (* 1936), Philosoph


  • Raivo Mändmaa (* 1950), Architekt


  • Sirje Tamul (* 1951), Historikerin


  • Mart Laar (* 1960), Politiker und Historiker


  • Helir-Valdor Seeder (* 1964), Politiker


  • Jaan Tätte (* 1964), Dramatiker, Schauspieler und Sänger


  • Kaido Kreen (* 1965), Beachvolleyballspieler


  • Meelis Atonen (* 1966), Politiker


  • Urmas Kirs (* 1966), Fußballspieler


  • Annely Peebo (* 1971), Opernsängerin (Mezzosopran)


  • Argo Arbeiter (* 1973), Fußballspieler


  • Mati Pari (* 1974) Fußballspieler


  • Aare Pilv (* 1976), Literaturwissenschaftler und Schriftsteller


  • Sander Post (* 1984), Fußballspieler


  • Ragnar Klavan (* 1985), Fußballspieler


  • Triinu Kivilaan (* 1989), ehemalige Bassistin der Band Vanilla Ninja, jetzt Solokünstlerin




Literatur |



  • O. Bendi, A. Kiisla, L. Märss, U.Roosimaa, K. Vilpart: Viljandi. Verlag: EESTI RIIKLIK KIRJASTUS, Tallinn 1964.

  • Erik Thomson: Fellin * Viljandi wie es war: Einhundert Ansichten. Herstellung: Edmund Hahn, Lüneburg 1986.

  • Aare Olander: Viljandi kadunud vaatet. Verlag: Tänapäev 2015, ISBN 978-9949-27-829-9.

  • Heiki Raudla: Viljandi lod ja legendid. Viljandi 2015, ISBN 978-9949-38-817-2.

  • Toomas Karjahärm, Kirjastus Argo: Vana Viljandi ehitised ja inimesed. Verlag: Argo 2006, ISBN 978-9949-415-62-5.

  • Eha Roosalu: Viljandi. Verlag: OÜ Prind Best 2013, ISBN 978-9949-33-072-0.

  • Elmo Riig, Ragnar Kond: Viljandi town of creation. Verlag: OÜ Meediatee 2009, ISBN 978-9949-18-467-5.

  • Elmo Riig, Ragnar Kond: Viljandisse to Viljandi. Verlag: OÜ Meediatee 2015, ISBN 978-9949-38-446-4.



Einzelnachweise |




  1. Estnisches Statistikamt – Omavalitsusüksuste võrdlus, Rahvaarv (rändega), 1. Januar 2012, Viljandi linn


  2. Website der Stadt, abgerufen am 5. Juli 2018


  3. Website der Stadt – Koalitsioonileping


  4. http://www.eek.ee/index.php?pg=292&fil=vil



Weblinks |



 Commons: Viljandi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


 Wikisource: Vellin in der Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte


  • Viljandi bei hanse.org, teilw. engl.

  • Viljandi in Text und Bild, auf Deutsch

  • 360° Luftbild von Viljandi

  • Video mit Luftbildaufnahmen von Viljandi 2015

  • 3D-Karte von Viljandi

  • Video von Viljandi im Winter 2017


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