Evangelisches Stift Tübingen
48.5194444444449.0533333333333Koordinaten: 48° 31′ 10″ N, 9° 3′ 12″ O
| Evangelisches Stift Tübingen | |
|---|---|
| Typ | evangelisches Konvikt |
| Anschrift | Klosterberg 2 72070 Tübingen |
| Bundesland | Baden-Württemberg |
| Land | Deutschland |
| Landeskirche | Evangelische Landeskirche in Württemberg |
| Universität | Eberhard Karls Universität Tübingen |
| Gründungsjahr | 1536 |
| Bewohner (ges.) | 146 |
Ephorus | Volker Henning Drecoll |
| Studieninspektor | Viola Schrenk |
| Senior | Christian Walentin |
| Stiftsälteste | Marcel Brenner, Philipp Häge |
| Stiftsmusikdirektor | Frank Oidtmann |
| Webadresse | www.evstift.de |
Das Evangelische Stift von der Neckarseite aus gesehen
Das Tübinger Stift ist ein Studienhaus der evangelischen Landeskirche in Württemberg. Evangelische Studierende, die ein Pfarramt in Württemberg oder das Lehramt an Gymnasien in Baden-Württemberg anstreben, erhalten hier für 9 Semester ein Stipendium in Gestalt von Verpflegung, Wohnmöglichkeit und wissenschaftlicher Begleitung.[1] Es wurde 1536 von Herzog Ulrich in Tübingen gegründet, um nach der Reformation die theologische Ausbildung begabter Landeskinder zu evangelischen Pfarrern sicherzustellen. Darüber hinaus sollte das Stift auf dem Boden des lutherischen Glaubens in Verbindung mit der Universität eine geistliche und geistige Elite heranziehen. Traditionell wird sehr großer Wert auf eine gründliche philosophische, sprachliche und kirchenmusikalische Ausbildung gelegt. Aus dem Stift sind viele bedeutende Theologen, Philosophen, Schriftsteller und andere Gelehrte hervorgegangen, die großen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen und europäischen Geistesgeschichte hatten.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Leitung des Stifts
2 Studentische Mitverwaltung
3 Liste bedeutender Stiftsstudierender
3.1 16. Jahrhundert
3.2 17. Jahrhundert
3.3 18. Jahrhundert
3.4 19. Jahrhundert
3.5 20. Jahrhundert
4 Liste bedeutender Stiftsrepetenten
5 Zitate
6 Literatur
7 Weblinks
8 Einzelnachweise
Die Leitung des Stifts |
„Die Leitung des Evangelischen Stifts liegt in den Händen des Kuratoriums, des Stiftsrates und des Ephorus.“ (Stiftsordnung C.I.1)
Dem Kuratorium obliegt die maßgebliche Entscheidungskompetenz. Es trifft grundsätzliche Entscheidungen, die sich auf das Stipendium, die Studien- oder die Hausordnung beziehen. Das Kuratorium verabschiedet den Haushaltsplan und ist an Stellenbesetzungen beteiligt. Es tagt in der Regel zweimal in einem Semester. Ihm gehören außer den vier Vertretern des Stiftsrats (Ephorus, Seniorrepetent und zwei Studierendenvertreter) zwei Vertreter des Oberkirchenrats, ein Vertreter der Landessynode und ein Vertreter der Evangelisch-theologischen Fakultät an. An seinen Sitzungen nehmen außerdem die übrigen Mitglieder des Stiftsrats sowie die gewählten Kuratoriums-Stellvertreter der beiden Stiftsältesten teil.
Der Stiftsrat befasst sich mit den Tagesgeschäften. Er konstituiert sich aus dem Ephorus, dem Studieninspektor, dem Stiftsmusikdirektor (Stimmrecht nur in Musikangelegenheiten), dem Seniorrepetenten, dem Konseniorrepetenten und den beiden Stiftsältesten.
Das Amt des Ephorus des Evangelischen Stiftes hat von 1987 bis 2005 der Theologe Eberhard Jüngel versehen. Seit 2005 wird das Amt von Volker Henning Drecoll bekleidet. Die Stelle der Studieninspektorin ist seit dem Wintersemester 2017/18 durch Viola Schrenk besetzt. Zuvor hatte die Stelle Juliane Baur inne (Vorgänger bis zum Sommersemester 2007 war Albrecht Haizmann). Stiftsmusikdirektor ist Frank Oidtmann.
Herzog Ulrich von Württemberg, Gründer des Stifts
Herzog Christoph von Württemberg, Retter des Stifts[2]
Evangelisches Stift Tübingen im Jahre 1995
Evangelisches Stift Tübingen (2017)
Studentische Mitverwaltung |
Die Stiftsältesten werden von der Vollversammlung aller Stiftsstudierenden (Forum) für jeweils ein Semester gewählt. Sie sind dem wöchentlich tagenden Forum verpflichtet. Die Stiftsältesten werden auch „X(a)“ und „Y(a)“ genannt. „X(a)“ und „Y(a)“ sind sowohl im Stiftsrat als auch im Kuratorium des Evangelischen Stifts stimmberechtigt. Sie vertreten in diesen paritätisch besetzten Gremien die Belange der Stiftsstudierenden.
Das Forum wählt außerdem die Stiftsvertretung. Dieser gehören neben den Stiftsältesten weitere sieben studentische Vertreter, die sogenannten "Ressorts" an. Die Stiftsvertretung führt die laufenden Geschäfte der Studierenden und bereitet Beschlüsse der Gremien des Hauses vor bzw. nach. Die verschiedenen „Ressorts“ der Stiftsvertretung erfüllen folgende Aufgaben:
- "Ressort 1": Berechnung und Verwaltung der hausinternen Dienste, die jeder und jede Studierende abzuleisten hat, Kommunikation mit den Angestellten des Hauses sowie Koordination der Zimmerverteilung
- "Ressort 2": Kommunikation und Koordination mit der Fachschaft, der IGWT (Interessensgemeinschaft Württembergischer Theologiestudierender) sowie dem Albrecht-Bengel-Haus
- "Ressort 3": Ausrichten und Organisieren der Stiftsfeste, die 3 mal im Semester stattfinden müssen.
-"Ressort 4": Erstellung des ASB (Autonomer Semesterbericht der Stiftsstudierenden)
Unterstützt wird die Stiftsvertretung (StV im Stiftsjargon) durch die sogenannten Ehrenämter, die sich beispielsweise um die Stocherkähne, Sportgegenstände oder die Studentische Bibliothek ("Schöngeistige Bibliothek") kümmern.
Liste bedeutender Stiftsstudierender |
16. Jahrhundert |
David Chyträus (1530–1600), Theologe, Historiker und Schulorganisator
Philipp Nicodemus Frischlin (1547–1590), Schriftsteller, Humanist
Michael Mästlin (1550–1631), Astronom, Mathematiker
David Runge (1564–1604), Theologe
Hans Ulrich von Eggenberg (1568–1634), Staatsmann
Johannes Kepler (1571–1630), Astronom
Lucas Osiander der Jüngere (1571–1638), Theologe und Universitätskanzler
Georg Conrad Maickler (1574–1647), Pfarrer und Dichter
Rupertus Meldenius (1582–1651), Theologe und Pädagoge
Johann Valentin Andreae (1586–1654), Theologe
Johann Jakob Heinlein (1588–1660), Theologe, Geistlicher und Mathematiker
Wilhelm Schickhardt (1592–1635), Theologe, Astronom, Universalgelehrter
17. Jahrhundert |
Carl Bardili (1600–1647), Theologe und Mediziner
Andreas Carolus (1632–1704), Theologe, Kirchenhistoriker und Abt
Matthaeus Hiller (1646–1725), Theologe, Geistlicher und Abt
Andreas Adam Hochstetter (1668–1717), Theologe
Johann Eberhard Rösler (1668–1733), Philosoph und Hochschullehrer später Ephorus des Stifts
Philipp Joseph Jenisch (1671–1736), Theologe, Architekt und Baumeister
Christian Eberhard Weißmann (1677–1747), Theologe, Kirchenhistoriker und Hochschullehrer
Johann Albrecht Bengel (1687–1752), Theologe
Wilhelm Gottlieb Tafinger (1691–1757), Geistlicher, Theologe, Generalsuperintendent und Abt von Adelberg
Georg Bernhard Bilfinger (1693–1750), Philosoph, Baumeister, Mathematiker und Theologe
Philipp Friedrich Hiller (1699–1769), Theologe und Kirchenlied Dichter
18. Jahrhundert |
Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782), Theologe
Cosmann Friedrich Köstlin (1711–1790), Superintendent in Esslingen am Neckar
Johann Kies (1713–1781), Theologe, Mathematiker und Astronom
Johann Friedrich LeBret (1732–1807), Historiker und Theologe
Christian Friedrich Rösler (1736–1821), Historiker, Geistlicher und Hochschullehrer
Johann Friedrich Breyer (1738–1826), devangelischer Geistlicher, Philosoph und Hochschullehrer
Johann Christian von Majer (1741–1821), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer
Nathanael Köstlin (1744–1826), Theologe und Ehrenprälat; Privatlehrer Hölderlins
Jakob Friedrich von Abel (1751–1829), Philosoph
Ludwig Timotheus Spittler (1752–1810), Historiker und Politiker
Gebhard Ulrich Brastberger (1754–1813), Philosoph und Pädagoge
Philipp Ludwig Hermann Röder (1755–1831), Theologe und Schriftsteller
Christian Adam Dann (1758–1837), Theologe und Tierschützer
Victor Heinrich Riecke (1759–1830), Pfarrer und Schulmann
Christoph Gottfried Bardili (1761–1808), Philosoph
Karl Friedrich Reinhard (1761–1837), französischer Diplomat
Christian Friedrich Baz (1762–1808), Theologe und Jurist
Karl Philipp Conz (1762–1827), Schriftsteller
Albrecht Weyermann (1763–1832), Geistlicher und Literaturhistoriker
Johann Gottlieb Friedrich von Bohnenberger (1765–1831), Mathematiker, Physiker, Geodät
Johann Friedrich Schlotterbeck (1765–1840), Dichter, Lehrer und Verwaltungsbeamter
Friedrich Gottlieb Süskind (1767–1829), Theologe
Friedrich Hölderlin (1770–1843), Dichter
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831), Philosoph
Karl Wilhelm Friedrich von Breyer (1771–1818), Historiker und Hochschullehrer
Johann Christian von Pfister (1772–1835), Historiker und Generalsuperintendent von Tübingen
Karl August von Zoller (1773–1858), Pädagoge
Friedrich Schelling (1775–1854), Philosoph
Philipp Joseph Rehfues (1779–1843), Schriftsteller
Willibald Feuerlein (1781–1850), Jurist und Politiker
Gottlieb Friedrich Jäger (1783–1843), Geistlicher, Theologe und Hochschullehrer, später Ephorus des Stifts
Christian Ferdinand Friedrich Hochstetter (1787–1860), Theologe und Botaniker
Gustav Schwab (1792–1850), Theologe, Schriftsteller
Ferdinand Christian Baur (1792–1860), Theologe
Friedrich Glück (1793–1840), Pfarrer, Dichter und Komponist
Carl Friedrich Haug (1795–1869), Theologe und Historiker
August Pauly (1796–1845), Philologe
19. Jahrhundert |
Wilhelm Hauff (1802–1827), Theologe und Schriftsteller
Karl Georg Haldenwang (1803–1862), Pfarrer und Sozialreformer
Johannes Mährlen (1803–1871), Ökonom und Historiker
Christian Heinrich von Nagel (1803–1882), Mathematiker
Wilhelm Waiblinger (1804–1830), Dichter, Schriftsteller
Eduard Mörike (1804–1875), Pfarrer und Dichter
Theodor Eisenlohr (1805–1869), Pädagoge, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung
Johann Christoph Blumhardt (1805–1880), Pfarrer, Theologe und Seelsorger
Sixt Karl Kapff (1805–1879), Theologe
Wilhelm Hoffmann (1806–1873), Theologe
Friedrich Theodor Vischer (1807–1887), Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung
Wilhelm Zimmermann (1807–1878), Pfarrer, Historiker, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung
David Friedrich Strauß (1808–1874), Theologe, Schriftsteller
Jakob Friedrich Reiff (1810–1879), Philosoph
Hermann Kurz (1813–1873), Schriftsteller
Eduard Zeller (1814–1908), Theologe, Philosoph
Hermann Gundert (1814–1893), Theologe, Missionar und Sprachwissenschaftler
Christoph Hoffmann (1815–1885), Theologe, Politiker, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung
Gustav von Rümelin (1815–1889),Pädagoge, Politiker, Statistiker, Kanzler der Universität Tübingen
Karl von Gerok (1815–1890), Theologe, Lyriker
Georg Herwegh (1817–1875), Dichter des Vormärz, Revolutionär
Albert Schwegler (1819–1857), Theologe, Philosoph und Historiker
Karl Christian Planck (1819–1880), Naturphilosoph
Wilhelm Siegmund Teuffel (1820–1878) Philologe
Christian Friedrich August Dillmann (1823–1894) Theologe, Äthiopist
Wilhelm Heyd (1823–1906), Bibliothekar und Historiker
Karl August Auberlen (1824–1864), Theologe
Heinrich Lang (1826–1876), Theologe
Julius Köstlin Theologe, Pionier der historischen Lutherforschung
Adolf Bacmeister (1827–1873), Germanist und Schriftsteller
Ernst Trumpp (1828–1885), Sprachwissenschaftler
Rudolf von Schmid (1828–1907), Theologe
David Friedrich Weinland (1829–1915), Zoologe und Schriftsteller
Christian von Dillmann (1829–1899), Pädagoge und Schulreformer
Ferdinand von Hochstetter (1829–1884), Geologe
Albert Schäffle (1831–1903), Volkswirt, Soziologe, Politiker
Theodor Christlieb (1833–1889), Theologe
Julius Euting (1839–1913), Bibliotheksdirektor, Orientalist
Christoph Blumhardt (1842–1919), Theologe, Begründer des Christlichen Sozialismus
Friedrich Dürr (1843–1926), Pädagoge und Historiker
Karl Albert Wilhelm Bacmeister (1845–1920), Oberkirchenrat, Militärpfarrer und Dekan
Immanuel von Frohnmeyer (1848–1931), Pädagoge und Generalsuperintendent von Reutlingen
Theodor von Haering (1848–1928), Theologe und Hochschullehrer, Ephorus des Stifts
Heinrich Adolf Köstlin, Theologe, Mitbegründer des Deutschen Evangelischen Kirchengesangvereins
Eberhard Nestle (1851–1913), Theologe, Orientalist
Hermann Fischer (1851–1920), Germanist, Verfasser des Schwäbischen Wörterbuchs
Hans Vaihinger (1852–1933), Philosoph
Eugen von Schneider (1854–1937), Archivar und Landeshistoriker
Otto Ludwig Umfrid (1857–1920), Theologe, Begründer der Deutschen Friedensgesellschaft
Johannes von Hieber (1862–1951), Politiker, Staatspräsident in Württemberg
Wilhelm Paret (1864–1938), Pfarrer und Fotograf
Robert Gradmann (1865–1950), Pfarrer, Botaniker, Landeskundler
Karl Holl (1866–1926), Kirchenhistoriker und Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften
Immanuel Herrmann (1870–1945), Theologe, Ingenieur und Politiker
Peter Goessler (1872–1956), Prähistoriker
Richard Wilhelm (1873–1930), Sinologe, Übersetzer und Hochschullehrer in Peking, zuletzt Frankfurt am Main.
Karl Heim (1874–1958), Theologe
Walter F. Otto (1874–1958), Altphilologe
Wilhelm Gundert (1880–1971), Theologe und Ostasienwissenschaftler
Edwin Hoernle (1883–1952), Politiker
Theodor Haering (1884–1964), Philosoph
Erich Schairer (1887–1956), Journalist und Publizist
Richard Ottmar (1889–1956), Theologe und Fahrplanexperte
Wilhelm Rudolph (1891–1987), Orientalist, Theologe
Julius von Jan (1897–1964), Pfarrer und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime
20. Jahrhundert |
Rudi Paret (1901–1983), Philologe und Islamwissenschaftler
Siegmund G. Warburg (1902–1982), Bankier, einer der wenigen jüdischen Stiftler
Albrecht Goes (1908–2000), Theologe und Schriftsteller
Friedrich Lang (1913–2004), Pfarrer und Theologe sowie 1956 bis 1970 Ephorus des Tübinger Stiftes
Hans Conzelmann (1915–1989), Theologe und Neutestamentler
Oswald Bayer (* 1939), Theologe
Siegfried Zimmer (Religionspädagoge) (* 1947), Hochschullehrer
Kurt Joachim Lauk (* 1946), Politiker und Europaabgeordneter
Bernhard Leube (* 1954), Theologe
Joachim Hahn (* 1954), Theologe
Christof Landmesser (* 1959), Theologe
Konrad Klek (* 1960), Theologe, Kirchenmusiker und Universitätsmusikdirektor
Heike Schmoll (* 1962), Theologin und Journalistin
Liste bedeutender Stiftsrepetenten |
Johann Jakob Heinlein (1588–1660), Theologe, Geistlicher und Mathematiker
Andreas Carolus (1632–1704), Theologe, Kirchenhistoriker und Abt
Matthaeus Hiller (1646–1725), Theologe, Geistlicher und Abt, Ephorus des Stifts
Christian Eberhard Weißmann (1677–1747), Theologe, Kirchenhistoriker und Hochschullehrer
Christian Friedrich Rösler (1736–1821), Historiker, Geistlicher und Hochschullehrer
Gebhard Ulrich Brastberger (1754–1813), Philosoph und Pädagoge, Pädagogiarch unter der Staig
Gottlieb Friedrich Jäger (1783–1843), Geistlicher, Theologe und Hochschullehrer, später Ephorus des Stifts
Christian Friedrich Schmid (1794–1852), Theologe und Hochschullehrer
Carl Friedrich Haug (1795–1869), Theologe und Historiker
Wilhelm Matthäus Pahl (1795–1875) Altphilologe und Pädagoge
Jakob Friedrich Reiff (1810–1879), Philosoph
Otto Kirn (1857–1911), deutscher Theologe und Hochschullehrer
Richard Gölz (1887–1975), Pfarrer im Widerstand zum NS-Regime, KZ-Gefangener, orthodoxer Theologe und Kirchenmusiker
Paul Schempp (1900–1959), Theologe und Widerstandskämpfer in der NS-Zeit
Otto Betz senior (1917–2005), Theologe, Neutestamentler und Judaist
Jörg Zink (1922–2016), Fernsehpfarrer und Sachbuchautor
Klaus Scholder (1930–1985), Theologe und Historiker
Jörg Baur (* 1930), Theologe
Martin Brecht (* 1932), Theologe und Historiker
Albrecht Grözinger (* 1949), Praktischer Theologe
Richard Mössinger (* 1951), Pfarrer
Michael Graf Münster (* 1957), Kirchenmusiker und Theologe
Zitate |
„Wer im Land etwas werden will, muß im Stift gewesen sein. Wer außerhalb des Landes etwas werden will, muß aus dem Stift geflogen sein. Tertium non datur.“
„Man hat nur das Wort Tübinger Stift auszusprechen, um zu begreifen, was die deutsche Philosophie im Grunde ist, – eine hinterlistige Theologie …“
„Was war früher so ein Stiftsrepetent gewesen! Jeder den Marschallsstab im Tornister und alle höchsten Höhen des Geistes greifbar vor sich. Hatten nicht David Friedrich Strauß und Friedrich Theodor Vischer, diese Repetenten Germaniens, vor allen zu ihnen gehört? Und wenn schon, wie die Geschichte lehrte, aus einem gewöhnlichen Stiftler schlechthin alles zwischen Himmel und Erde werden konnte, wie viel mehr dann aus einem Stiftsrepetenten? […] Eine Tatsache, der denn auch das gehobene Selbtbewußtsein der Repetenten zu allen Zeiten voll entsprochen hatte, so daß sogar ein Vers über Napoleon als geflügeltes Wort umging: Den Größenwahn kriegt’ er am End / Und meint’ er wär’ Stiftsrepetent …“
Literatur |
Martin Biastoch: Tübinger Studenten im Kaiserreich. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung (= Contubernium. Tübinger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte. Bd. 44). Thorbecke, Sigmaringen 1996, ISBN 3-7995-3236-6, (Zugleich: Tübingen, Universität, Dissertation, 1993/1994).
Martin Brecht: Die Entwicklung der Alten Bibliothek des Tübinger Stifts in ihrem theologie- und geistesgeschichtlichen Zusammenhang. Eine Untersuchung zur württembergischen Theologie. Tübingen 1961, (Tübingen, Universität, Dissertation, vom 28. Febr. 1961, maschinschriftlich; gekürzte Fassung in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte. Bd. 63, 1963, S. 3–103).
Reinhard Breymayer: Freimaurer vor den Toren des Tübinger Stifts: Masonischer Einfluss auf Hölderlin? In: Sönke Lorenz, Volker Schäfer (Hrsg.): Tubingensia. Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte. Festschrift für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte. 10). Thorbecke, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-5510-4, S. 355–395.
Volker Henning Drecoll, Juliane Baur, Wolfgang Schöllkopf (Hrsg.): Stiftsköpfe. Mohr Siebeck, Tübingen 2012, ISBN 978-3-16-152231-4.- Volker Henning Drecoll (Hrsg.): 750 Jahre Augustinerkloster und Evangelisches Stift in Tübingen. Mohr Siebeck, Tübingen 2017, ISBN 978-3-16-155646-3.
Joachim Hahn, Hans Mayer: Das Evangelische Stift in Tübingen. Geschichte und Gegenwart – zwischen Weltgeist und Frömmigkeit. Theiss, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0372-5.- Siegfried Hermle, Rainer Lächele, Albrecht Nuding (Hrsg.): Im Dienst an Volk und Kirche. Theologiestudium im Nationalsozialismus. Erinnerungen, Darstellungen, Dokumente und Reflexionen zum Tübinger Stift 1930 bis 1950. Quell-Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-7918-1407-9.
- Friedrich Hertel (Hrsg.): In Wahrheit und Freiheit. 450 Jahre Evangelisches Stift in Tübingen (= Quellen und Forschungen zur württembergischen Kirchengeschichte. Bd. 8). Calwer, Stuttgart 1986, ISBN 3-7668-0785-4.
- Bernhard Lang: Der alte Kasten macht's noch lang – das Tübinger Stift ist 450 Jahre alt, in: Lutherische Monatshefte 25 (1986), 6. S. 260–262.
- Martin Leube: Das Tübinger Stift 1770–1950. Geschichte des Tübinger Stifts. Steinkopf, Stuttgart 1954.
- Volker Schäfer: Das Stammbuch des Tübinger Stiftlers August Faber mit seinem Hölderlin-Eintrag von 1789. In: Sönke Lorenz, Volker Schäfer (Hrsg.): Tubingensia. Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte. Festschrift für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte. 10). Thorbecke, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-5510-4, S. 397–426.
- Wolfgang Schöllkopf: Schwäbischer Olymp und württembergische Pfarrerschmiede. 450 Jahre Evangelisches Stift Tübingen 1536–1986. Evangelisches Stift Tübingen, Tübingen 1986.
Weblinks |
- Evangelisches Stift Tübingen
- Archivinventare zu den Beständen des Evangelischen Stifts in Tübingen
Einzelnachweise |
↑ http://www.evstift.de/
↑ Wilfried Setzler: Tübingen. Auf alten Wegen Neues entdecken. Ein Stadtführer. 4. Auflage. Verlag Schwäbisches Tagblatt, Tübingen 2005, ISBN 3-928011-54-5, S. 29–30.
↑ Friedrich Nietzsche: Der Antichrist. Kapitel 10
↑ Theodor Lorenz Haering: Der Mond braust durch das Neckartal. Ein romantischer Spaziergang durch das nächtliche Tübingen nebst allerlei nützlichen und kurzweiligen Betrachtungen über Gott und Welt, Raum und Zeit, Natur und Geist und insonderheit über die Menschen untereinander. Wunderlich, Tübingen 1935, DNB 573635331, S. 117 f.
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