Winterbach (Remstal)












































































Wappen
Deutschlandkarte

Wappen der Gemeinde Winterbach



Winterbach (Remstal)

Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Winterbach hervorgehoben


48.7991666666679.48258Koordinaten: 48° 48′ N, 9° 29′ O
Basisdaten

Bundesland:

Baden-Württemberg

Regierungsbezirk:

Stuttgart

Landkreis:

Rems-Murr-Kreis

Höhe:
258 m ü. NHN

Fläche:
17,13 km2
Einwohner:
7626 (31. Dez. 2017)[1]

Bevölkerungsdichte:
445 Einwohner je km2

Postleitzahl:
73650

Vorwahl:
07181

Kfz-Kennzeichen:
WN, BK

Gemeindeschlüssel:
08 1 19 086
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2
73650 Winterbach

Website:

www.winterbach.de

Bürgermeister:
Sven Müller
Lage der Gemeinde Winterbach im Rems-Murr-Kreis


Allmersbach im Tal
Allmersbach im Tal
Althütte
Auenwald
Backnang
Backnang
Burgstetten
Fellbach
Großerlach
Kaisersbach
Kaisersbach
Kaisersbach
Kaisersbach
Kirchberg an der Murr
Leutenbach (Württemberg)
Leutenbach (Württemberg)
Leutenbach (Württemberg)
Murrhardt
Oppenweiler
Plüderhausen
Plüderhausen
Plüderhausen
Rudersberg
Schorndorf
Schwaikheim
Spiegelberg
Sulzbach an der Murr
Waiblingen
Waiblingen
Waiblingen
Weissach im Tal
Welzheim
Winnenden
Winterbach (Remstal)
Aspach (bei Backnang)
Berglen
Berglen
Weinstadt
Kernen im Remstal
Urbach (Baden-Württemberg)
Alfdorf
Alfdorf
Korb (Württemberg)
Remshalden
Karte
Über dieses Bild



Winterbach ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis und liegt im Remstal in Baden-Württemberg, etwa 23 km östlich von Stuttgart. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geografie


    • 1.1 Geografische Lage


    • 1.2 Gliederung


    • 1.3 Flächenaufteilung


    • 1.4 Nachbargemeinden




  • 2 Geschichte


    • 2.1 Mittelalter


    • 2.2 Neuzeit


    • 2.3 19. Jahrhundert


    • 2.4 20. Jahrhundert




  • 3 Politik


    • 3.1 Gemeinderat


    • 3.2 Bürgermeister


    • 3.3 Partnerschaften


    • 3.4 Wappen




  • 4 Wirtschaft und Infrastruktur


    • 4.1 Wirtschaft


    • 4.2 Öffentliche Einrichtungen




  • 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten


    • 5.1 Bauwerke


    • 5.2 Museen




  • 6 Regelmäßige Veranstaltungen


  • 7 Persönlichkeiten


    • 7.1 Söhne und Töchter der Gemeinde


    • 7.2 Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben




  • 8 Einzelnachweise


  • 9 Weblinks





Geografie |



Geografische Lage |


Winterbach liegt im Remstal an der Bundesstraße 29 (Stuttgart – Aalen) zwischen Stuttgart und Schorndorf. Im Hauptort befindet sich ein Haltepunkt der S-Bahnlinie S2 (Schorndorf – Stuttgart – Stuttgart Flughafen – Filderstadt), die Winterbach über die Remsbahn an das Stuttgarter S-Bahn-Netz anschließt.



Gliederung |





Einwohnerentwicklung von Winterbach (Remstal)



Winterbach besteht aus den Teilorten Winterbach, Engelberg und Manolzweiler. Von den 7602 Einwohnern (Stand: Ende 2015)[2] wohnen 7196 im Hauptort. Während die Teilorte Engelberg und Manolzweiler auf dem Schurwald südlich vom Hauptort Winterbach liegen, liegt Winterbach selbst im Tal an der Rems. Im Norden von Winterbach wird an einem Südhang Wein angebaut.



Flächenaufteilung |





Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]



Nachbargemeinden |


Die Gemeinde Winterbach grenzt im Uhrzeigersinn von Norden über Osten bis Südosten an die Stadt Schorndorf, im Süden an die Gemeinden Lichtenwald und Baltmannsweiler, im Südwesten an die Stadt Weinstadt und von Südwesten über Westen bis Norden an Remshalden.


Trotz seiner großen Wirtschaftskraft hat sich Winterbach bislang einen dörflichen Charakter bewahrt.



Geschichte |



Mittelalter |


Winterbach war altes Reichsgut und wurde 1046 zum ersten Mal in einer Bestätigung von Kaiser Heinrich III. urkundlich im Lorscher Codex erwähnt.[4] Der Kaiser stellte die Urkunde für Lorsch am 28. August 1046 in der Pfalz in Winterbach aus.[5] Heinrich III. besuchte den Königshof in Winterbach erneut im Dezember 1848.[6] Funde lassen jedoch ein deutlich höheres Alter von Winterbach vermuten. Im Jahr 1080 gelangten die Königshöfe Winterbach und Waiblingen durch eine Schenkung Heinrichs IV. vor der Schlacht bei Hohenmölsen in den Besitz der Domkapitel von Speyer.
1238 wurde erstmals ein Pfarrer in Winterbach beurkundet und seit 1293 ist der Weinbau in der Gemarkung nachweisbar. Mir dem Niedergang der Staufer gelangte Winterbach an die Grafen von Württemberg.


Im Jahr 1309 wurde die noch heute stehende Michaelskirche eingeweiht, jedoch wird schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung Winterbachs die Existenz einer Urkirche für das mittlere Remstal im Ort angenommen.[7] Seit 1369 wird die Pfarrei Winterbach als eine Filiale der Kirche von Schorndorf geführt. Bei der Teilung der Grafschaft Württemberg 1442 gelangte Winterbach in den Besitz der Stuttgarter Grafenlinie.


1490 erfolgte ein Umbau der Kirche, aus dieser Zeit stammen die bis heute erhaltenen Passionsfresken.



Neuzeit |


Am Aufstand des Armen Konrad 1514 waren auch Winterbacher Einwohner beteiligt. Nach der Rückkehr Herzog Ulrichs von Württemberg führte dieser 1534 die Reformation im Herzogtum ein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Remstal mehrfach von durchziehenden Heeren verwüstet. 1644 setzte ein Blitzschlag den Kirchturm in Brand, welcher in den Folgejahren wieder aufgebaut wurde. Um 1750 erreichte Winterbach einen bescheidenen Wohlstand, unter anderem erfolgte von 1751 bis 1758 der Umbau der Michaelskirche.


Winterbach gehörte zum Amt Schorndorf, war aber bis 1808 selbst Sitz eines nachgeordneten Stabsamts für die umliegenden württembergischen Dörfer.



19. Jahrhundert |


Nach der Errichtung des Königreichs Württemberg blieb Winterbach Bestandteil des Oberamts Schorndorf. 1825 begann in Winterbach der Badebetrieb, nachdem beim Gasthaus Adler schwefelhaltige Quellen erschlossen wurden. Nur 25 Jahre später versiegten diese und der Kurbetrieb kam zum Erliegen. In der Folge wurde in den Badehäusern eine Anstalt für geistig behinderte Kinder eingerichtet.


1861 verbesserte sich die Verkehrsanbindung Winterbachs durch die Eröffnung der Remsbahn bis Wasseralfingen. Somit war der Ort früh ins Schienennetz der Württembergischen Staatsbahnen eingebunden.


Im Jahr 1874 entstand auf dem Gelände der ehemaligen Badeanstalt ein Krankenasyl für pflegebedürftige Frauen. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde eine zentrale Wasserversorgung aufgebaut.



20. Jahrhundert |




Luftbild von Südwesten, 1983


1906 wurde Winterbach elektrifiziert. In den Jahren 1910 und 1911 gab es durch die Reblaus bedingt eine Missernte unter den Winzern, weswegen viele den Weinbau aufgaben. Im Zuge einer Gebietsreform während der NS-Zeit kam Winterbach 1938 zum Landkreis Waiblingen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Winterbach von einem landwirtschaftlich geprägten Ort zu einer Industrie- und Dienstleistungsgemeinde. Die komplette Kanalisierung erfolgte 1958. Beim Wettbewerb Denkmalschutz und Städtebau wurde der Ort 1978 Landessieger.
Nach der Fertigstellung wurde das Neubaugebiet Schießwiesen 2003 eingeweiht. Im Mai 2007 folgte die Erschließung des Baugebiets Sterrenberg II. In den Tagen vom 13. auf den 14. Januar 2011 sowie am 30. Mai 2013 hatte der Ort mit Hochwasser zu kämpfen. 2013 wurde der Ortskern grundlegend saniert.
2015 wurden die Erschließungsarbeiten des Baugebiets Schilfweg fertiggestellt.[8][9]



Politik |



Gemeinderat |


In Winterbach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Winterbach hat nach der letzten Wahl 20 Mitglieder (2009: 18). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
























































Parteien und Wählergemeinschaften

%
2014


Sitze
2014


%
2009


Sitze
2009




Kommunalwahl 2014




 %

50

40

30

20


10

0








49,5 %



19,6 %



15,1 %



15,8 %




BWV

CDU

SPD

Grüne



Gewinne und Verluste


im Vergleich zu 2009


 %p

   4


   2

   0


  -2

  -4





-0,9 %p



-1,9 %p



+0,7 %p



+2,1 %p



BWV

CDU

SPD

Grüne





BWV

Bürgerliche Wählervereinigung Winterbach-Engelberg-Manolzweiler
49,5
10
50,4
10
CDU

Christlich Demokratische Union Deutschlands
19,6
4
21,5
4
SPD

Sozialdemokratische Partei Deutschlands
15,1
3
14,4
2
GRÜNE

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
15,8
3
13,7
2

gesamt

100,0

20

100,0

18

Wahlbeteiligung

59,1 %

61,1 %


Bürgermeister |


Im Juli 2016 wurde Sven Müller im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister gewählt. Er löste Albrecht Ulrich ab, der das Amt 16 Jahre bekleidete.[10]



Partnerschaften |


Seit 1961 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Gleisdorf in der Steiermark (Österreich).



Wappen |




Ortskern mit Michaelskirche


Beschreibung: In rot ein silberner (weißer) Wellenbalken, darüber eine goldene (gelbe) Krone, darunter eine silberne (weiße) Hape mit goldenem (gelbem) Griffholz.


Die goldene Krone soll daran erinnern, dass Winterbach ein altes Reichgut war und sich Kaiser Heinrich III. am 28. August 1046 und am 3. Dezember 1048 in Winterbach aufgehalten hat.
Der Wellenbalken macht das Wappen in Bezug auf den zweiten Bestandteil des Ortsnamens „redend“.


Die Weinberghape ist die alte Wappenfigur von Winterbach, die sich bis 1831 zurückverfolgen lässt, im Laufe der Zeit zu einer Sichel wurde und heute wieder als Hape erscheint.



Wirtschaft und Infrastruktur |



Wirtschaft |


Winterbach gehört zu den reichen Gemeinden in Baden-Württemberg. Winterbacher Unternehmen stellen über 2000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Dies entspricht in etwa der Anzahl der in Winterbach lebenden Arbeitnehmer. Der größte Arbeitgeber im Ort ist das Modehaus mit Versand Peter Hahn GmbH.



Öffentliche Einrichtungen |


Die Arbeiterwohlfahrt betreibt seit 1988 ein Pflegeheim in der Ortsmitte.



Kultur und Sehenswürdigkeiten |




Michaelskirche und Rathäuser




Bürgerhaus Kelter (Baujahr 1750)


Winterbach liegt an der Württemberger Weinstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten.



Bauwerke |



  • Michaelskirche

  • Die drei Rathäuser

  • Bürgerhaus Kelter





Ostlandkreuz



Museen |



  • Dorf- und Heimatmuseum mit Julie-Palmer-Stube


Regelmäßige Veranstaltungen |


Alljährlich findet Ende Juni das Winterbacher Brunnenfest von Samstag bis Montag statt und am ersten Adventssonntag der Winterbacher Weihnachtsmarkt.


In ungeraden Jahren veranstaltet im Juli die Kulturinitiative Rock das Winterbach Zeltspektakel.



Persönlichkeiten |



Söhne und Töchter der Gemeinde |




  • Caroline von der Lühe, geb. Caroline von Brandenstein, (* 1757 in Engelberg, † nach 1805), Komponistin, Schriftstellerin, Briefpartnerin, Salonière


  • Werner Dilger (1942–2007), Professor für Informatik, Inhaber des Lehrstuhls für künstliche Intelligenz an der TU Chemnitz



Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben |


Bekannte Persönlichkeiten, die einen Teil ihres Lebens in Winterbach verbracht haben, sind:




  • Julie Kern (1858–1938), deutsche Heimatdichterin


  • Klaas Engelken (1939–2017), deutscher Verwaltungsjurist und Fachbuchautor


  • Giovane Élber (* 1972), ehemaliger brasilianischer Fußballnationalspieler, wohnte in den 1990er Jahren, als er für den VfB Stuttgart spielte, in Winterbach. Die von ihm gegründete Giovane-Élber-Stiftung ist in Winterbach ansässig.


  • Davie Selke (* 1995), Fußballspieler, wuchs in Winterbach auf



Einzelnachweise |




  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).


  2. Zahlen & Fakten. In: Sonniges Winterbach. Gemeinde Winterbach, abgerufen am 27. Februar 2016. 


  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Winterbach.


  4. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 1), Urkunde 121, 28. August 1046 – Reg. 3607. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 164, abgerufen am 15. Juli 2018. 


  5. Regesta Imperii vom 16. April 1046 bis 1. Mai 1047, abgerufen am 23. August 2018


  6. Regesta Imperii vom 8. Mai 1047 bis 13. Januar 1050, abgerufen am 23. August 2018


  7. Siegfried Zarth: Die Michaeliskirche – Geschichte, Bau und Ausstattung. in: Ev. Kirchgemeinde Winterbach (Hrsg.): 700 Jahre Michaeliskirche in Winterbach. Reihe Winterbacher Heimat Heft 5, 2009, ISBN 978-3-86705-066-1


  8. https://www.winterbach.de/de/winterbach/gemeindeportraet/geschichte.html Geschichte Winterbachs


  9. https://www.winterbach.de/de/winterbach/gemeindeportraet/zeittafel.html Zeittafel vom Winterbach


  10. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wahl-in-winterbach-klarer-sieg-fuer-sven-mueller.78b85748-3848-4661-9502-c624a82fb650.html



Weblinks |



 Commons: Winterbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


 Wikisource: Winterbach in der Beschreibung des Oberamts Schorndorf von 1851 – Quellen und Volltexte

  • Internetpräsenz der Gemeinde Winterbach

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