Katsdorf
Katsdorf | ||
|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
Bundesland: | Oberösterreich | |
Politischer Bezirk: | Perg | |
Kfz-Kennzeichen: | PE | |
| Fläche: | 14,61 km² | |
Koordinaten: | 48° 19′ N, 14° 28′ O48.31694444444414.474166666667306 | |
Höhe: | 306 m ü. A. | |
Einwohner: | 3.086 (1. Jän. 2018) | |
Bevölkerungsdichte: | 211 Einw. pro km² | |
Postleitzahl: | 4223 | |
Vorwahl: | 07235 | |
Gemeindekennziffer: | 4 11 06 | |
NUTS-Region | AT313 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Gemeindeverwaltung von KatsdorfGemeindeplatz 1 4223 Katsdorf | |
| Website: | ||
| Politik | ||
Bürgermeister: | Ernst Lehner (ÖVP) | |
Gemeinderat: (2015) (25 Mitglieder) | ||
| Lage von Katsdorf im Bezirk Perg | ||
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Pfarrkirche von Katsdorf | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Anfahrt zur Ortschaft Lungitz – von St. Georgen/Gusen aus kommend, mit Lagerhausturm und Knoll-Mühle Turm
Katsdorf ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel mit 3086 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018). Die Gemeinde befindet sich im Gerichtsbezirk Perg mit dem zuständigen Bezirksgericht in Perg.
Inhaltsverzeichnis
1 Geografie
1.1 Nachbargemeinden
2 Geschichte
2.1 Kirchenchronik
3 Wappen
4 Politik
4.1 Bürgermeister
5 Einwohnerentwicklung
6 Kultur und Sehenswürdigkeiten
7 Musik
8 Sport
9 Verkehr
10 Persönlichkeiten
11 Weblinks
12 Einzelnachweise
Geografie |
Katsdorf liegt auf 306 m Höhe im Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,6 km, von West nach Ost 5,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 14,7 km². 10,9 % der Fläche sind bewaldet, 76,2 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.
Gliederung
| Legende zur Gliederungstabelle
|
Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):
- Blindendorf (14)
Bodendorf (468)- Breitenbruck (131)
- Edt (18)
- Greinsberg (38)
- Grünau (31)
- Katsdorf (1289) samt Eichwiesel
- Lungitz (139)
- Neubodendorf (126)
Nöbling (49)- Reiser (50) samt Im Haag
- Rothof (21)
- Ruhstetten (250) samt Lehen
- Schwarzendorf (17)
Standorf (244)
Weidegut (201)
Nachbargemeinden |
Engerwitzdorf | Wartberg ob der Aist | |
St. Georgen an der Gusen | Ried in der Riedmark |
Geschichte |
Erstmals wird der Ort als Chazilinistorf im Jahr 1125 urkundlich genannt. Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Anfang des 16. Jahrhunderts verbreitete sich die Reformation in der Gegend, heftige Glaubenskämpfe und die Durchführung der Gegenreformation waren die Folge.
Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.
Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Ende 1944 wurde nach dem langjährigen Einsatz von KZ-Häftlingen aus dem KZ Gusen im Ortsteil Lungitz das KZ Gusen III eingerichtet, das im Mai 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. In der Nähe des Lagerhauses wurde ein KZ Gedenkstein errichtet. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Kirchenchronik |
Die Pfarrkirche zum Hl. Vitus in Katsdorf:
1116: Hermann von Chazilinitorf d. Ä. baute eine Kirche - vermutlich aus Holz, wie es zu dieser Zeit im Mühlviertel üblich war - und ließ sie am 4. April von dem Passauer Bischof Ulrich I. weihen.
1125 übergibt Hermann von Chazilinitorf d. J. die Eigenkirche von Katsdorf an das Stift St. Florian.
1350: In einer Urkunde vom Stift Sankt Florian vom 29. September wird Katsdorf ausdrücklich „Parochia“ (Pfarre) genannt, ein Zeichen, dass diese zu jener Zeit noch selbständige Pfarre war.
1546: Der Propst des Stiftes konnte die Pfarre wegen Priestermangels nicht mehr besetzen. Katsdorf wurde eine Filiale der „Mutterpfarre“ Ried in der Riedmark. Es wurde einmal im Monat ein Gottesdienst gehalten, sonst mussten die Leute nach Ried oder Gallneukirchen gehen.
1645: Die heutige Pfarrkirche zum Hl. Vitus wurde erbaut, wie in der Marmortafel über der Sakristei berichtet wird. Von 1715 bis 1725 wurde jährlich nur fünfmal ein Gottesdienst von Rieder Geistlichen in Katsdorf gefeiert. Von 1726 bis 1781 hielt ein Priester aus Ried schon jeden Monat eine Messe in Katsdorf. Es ist verständlich, dass Katsdorf bestrebt war, wieder eine eigene Pfarre zu werden.
1785: Am 30. August erging der Befehl des kaiserlichen Statthalters Eybl an das Stift St. Florian, einen ständigen Seelsorger nach Katsdorf zu schicken. Damit wurde aus der Filialkirche wieder eine Pfarrkirche.
1838: Am 8. April schlug der Blitz in die Kirche ein und setzte den Turmhelm des Turmes und den Dachstuhl der Kirche in Brand. Die Kirche wurde großteils zerstört, nur das Presbyterium und die Sakristei blieben erhalten. Eifrig wurde am Wiederaufbau der Kirche gearbeitet, sodass sie bereits am 29. Oktober 1838 von Bischof Gregor Thomas Ziegler geweiht werden konnte.
1891: Die Orgel wurde vom Orgelbaumeister Josef Matthäus Mauracher aus St. Florian erbaut. Sie wurde 1998 von der Orgelbaufirma Walcker-Mayer aus Guntramsdorf generalsaniert. Die Prospektpfeifen, die dem Ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen waren, wurden in Erbauerart neu angefertigt; auch das Orgelgehäuse wurde restauriert.
1892–1893: Die barocke Kircheneinrichtung wurde entfernt und durch eine neue im Renaissancestil ersetzt.
1967 wurde die Kirche der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils entsprechend renoviert. Der Hochaltar, die Seitenaltäre, die Kanzel und das Kommuniongitter wurden entfernt, der Altarraum mit Volksaltar und Ambo neu gestaltet.
1983 fand eine Innenrenovierung der Kirche statt. Ein barockes Altarbild, das Martyrium des Kirchenpatrons Vitus darstellend, befindet sich in der Mitte des Altarraumes. Über der Sakristeitür ist ein Bild des Hl. Augustinus angebracht. Barocke Bilder mit der Heiligen Familie und dem Hl. Sebastian befinden sich über Tabernakel und Taufstein.
1985 wurden zum 200-Jahre-Jubiläum der Pfarre zwei dem Barock nachempfundene Statuen, Maria mit dem Kinde und der Hl. Florian, im Kirchenschiff aufgestellt.
2002: Am 3. Juni begann die Außenrenovierung der Pfarrkirche und am 17. August war die Turmkreuzsteckung mit Pfarrfest.
Wappen |
Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Schräglinks geteilt; oben in Rot ein silbernes Patriarchenkreuz mit Kugelenden; unten in Silber der grüne Blütenkopf einer Weberkarde. Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Grün.
Politik |
Bürgermeister |
Bürgermeister von Katsdorf:
- Johann Gusenbauer, 1850–1860
- Florian Strasser, 1860–1870
- Johann Derntl, 1870–1879
- Josef Bernhard, 1879–1882
- Johann Grubauer, 1882–1890
- Ignaz Hanl, 1890–1894
- Michael Gusenbauer, 1894–1900, 1904–1909, 1913–1919
- Johann Peheim, 1900–1904
- Franz Rammer, 1909–1913
- Ferdinand Reisinger, 1919–1938
- Hans Hammer, 1942–1945
- Franz Wöckinger, 1945
- Josef Dolentz, 1945–1947
- Franz Peheim, 1947–1955
- Ing Leopold Amerstorfer, 1955–1964
- Franz Furthlehner, 1964–1975
- Sebastian Scheuchenegger, 1975–1977
- Dir. Josef Nesser, 1977–1985
- Hubert Wöckinger, 1985–1997
- Ernst Lehner, seit 1997
Einwohnerentwicklung |
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2290 Einwohner, 2001 dann 2733 Einwohner.
Pestsäule beim Bauernhof Neuwirth
Kultur und Sehenswürdigkeiten |
Kino: In Katsdorf gibt es ein Programm- und Premierenkino, das auch für Theateraufführungen genutzt wird.
Karden- und Heimatmuseum Katsdorf:[2] hier wird u. a. die mittlerweile ausgestorbene Produktion von Weber-Karden dargestellt
Schloss Bodendorf (Katsdorf) (Pottendorf): erhalten der Schlossbrunnen und der Meierhof
Schloss Breitenbruck ist heute ein Bauerngut- Burghügel der ehemaligen Burg Wolfsbach
Musik |
- Musikverein Katsdorf
- Gusentaler Bläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott)
- Chazilini Brass (2 Trompeten, Horn, Posaune, Bass)
- Bodendorfer Tanzlmusi
- Bodenderfl Hafsoke Klezmorim
- Verein Kirchenchor St. Vitus
- UNIVOICES – die junge Chorgemeinschaft
- regelmäßige Chorprojekte
- Kisi-Club Katsdorf
Sport |
- Zwei Fußballvereine Askö und Union
Die Union Katsdorf spielt in der Landesliga Ost. Der Verein Askö Katsdorf ist in der 2. Klasse Nord-Ost zu finden. - Tennisplätze
- Beachvolleyballplätze
- Motorikparkoasen (VS Katsdorf, Askö Katsdorf, FF Lungitz)
Verkehr |
Bahn: Katsdorf liegt an der Summerauerbahn und hat eine eigene Haltestelle etwas außerhalb vom Ortskern im Ortsteil Neubodendorf. Der nächste größere Bahnhof liegt in Lungitz.
Persönlichkeiten |
Söhne und Töchter:
Richard Wall (* 1953), österreichischer Schriftsteller, in Katsdorf aufgewachsen
Sylvia Haider (* 1959), österreichische Schauspielerin, in Katsdorf aufgewachsen
Personen mit Beziehung zur Stadt:
Anna Goldgruber (* 1957), Textilkünstlerin, lebt in Katsdorf
Weblinks |
Eintrag zu Katsdorf im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
Karte im Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System (DORIS)
41106 – Katsdorf. Gemeindedaten, Statistik Austria.- Weitere Infos über die Gemeinde Katsdorf auf dem Geo-Infosystem des Bundeslandes Oberösterreich.
- Homepage der Gemeinde
Einzelnachweise |
↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
↑ Karden- und Heimatmuseum Katsdorf
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