Suzhou (Jiangsu)
chinesisch .mw-parser-output .Hans{font-size:110%} 苏州市 Suzhou | |||
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Koordinaten | 31° 19′ N, 120° 36′ O31.316666666667120.6 | ||
Symbole | |||
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Basisdaten | |||
Staat | Volksrepublik China | ||
Provinz | Jiangsu | ||
ISO 3166-2 | CN-JS | ||
Fläche | 8488 km² | ||
Einwohner | 10.465.994 (2010) | ||
Dichte | 1233 Ew./km² | ||
Postleitzahl | 215000 | ||
Website | www.suzhou.gov.cn (chinesisch) | ||
Politik | |||
Bürgermeister | Zhou Naixiang (周乃翔) | ||
Kultur | |||
Partnerstädte | Deutschland Konstanz Deutschland Riesa Lettland Riga Kanada Victoria Italien Venedig Vereinigte Staaten San Antonio | ||
Wirtschaft | |||
BIP | 210.200 Mio. US-$ 19.893 US-$ pro Kopf (2013) | ||
Wachstum des BIP | 9,8 % |
Suzhou (chinesisch .mw-parser-output .Hant{font-size:110%}蘇州市 / 苏州市, Pinyin Sūzhōu Shì, W.-G. Su-chou, veraltet nach Post: Soochow, kurz: 蘇 / 苏) ist eine bezirksfreie Stadt im Osten der Volksrepublik China nahe Shanghai. Weil die Stadt von Kanälen durchzogen ist, wird sie auch Venedig des Ostens genannt. Aufgrund der guten Transportverbindungen ist sie eine der Boom-Städte des modernen China.
Inhaltsverzeichnis
1 Administrative Gliederung
2 Geographie
2.1 Geographische Lage
3 Geschichte
4 Kultur und Sehenswürdigkeiten
4.1 Universitäten
4.2 Museen
4.3 Gärten und Tempel
4.4 Wolkenkratzer
4.5 Sport
5 Wirtschaft und Infrastruktur
5.1 Verkehr
5.2 Unternehmen
5.3 Suzhou Industrial Park
6 Söhne und Töchter der Stadt
7 Städtepartnerschaften
8 Weblinks
9 Einzelnachweise
Administrative Gliederung |
Auf Kreisebene setzt sich Suzhou aus fünf Stadtbezirken und vier kreisfreien Städten zusammen. Diese sind:[1]
- Stadtbezirk Gusu (姑苏区), 84 km², 780.000 Einwohner;
- Stadtbezirk Huqiu (虎丘区), 258 km², 550.000 Einwohner;
- Stadtbezirk Wuzhong (吴中区), 672 km², 540.000 Einwohner;
- Stadtbezirk Xiangcheng (相城区), 416 km², 340.000 Einwohner;
- Stadtbezirk Wujiang (吴江区), 1.192 km², 780.000 Einwohner;
- Stadt Kunshan (昆山市), 927 km², 1,3 Millionen Einwohner (Januar 2006);
- Stadt Taicang (太仓市), 642 km², 450.000 Einwohner;
- Stadt Changshu (常熟市), 1.263 km², 1,04 Millionen Einwohner;
- Stadt Zhangjiagang (张家港市), 813 km², 870.000 Einwohner.
Geographie |
Geographische Lage |
Sie liegt in der Provinz Jiangsu am Kaiserkanal und ist Metropole des Bezirks Suzhou. Südwestlich der Stadt liegt der Tai Hu (太湖, „Tai-See“), der drittgrößte Binnensee der Volksrepublik, sowie die Provinz Zhejiang.
Geschichte |
Suzhou ist mit über 2500 Jahren Geschichte eine der ältesten Städte im Jangtsekiang-Becken. Die Gegend ist die Wiege der Wu-Kultur; die Stämme, die während der Shang-Dynastie hier lebten, nannten sich „Guo Wu“.
Im Jahr 514 v. Chr., während der „Frühling-und-Herbst-Periode“, wurde Suzhou als „Große Stadt von Helu“ durch den legendären König Helu von Wu gegründet.
Der Name der Stadt stammt aus dem Jahr 589 während der Sui-Dynastie. In der Geschichte Chinas war Suzhou immer ein Zentrum von Handwerk und Handel. Mit Fertigstellung des Kaiserkanals als Handelsweg in Richtung Norden nahm Suzhou einen besonderen Aufschwung.
Marco Polo hatte die Stadt im Jahr 1276 nach eigenen Angaben besucht und als großartig empfunden. Bekannt auch als die „Seidenhauptstadt“ des damaligen Kaiserreichs China ist Suzhou seit dem 14. Jahrhundert bis heute führend in der Seidenproduktion.
Abgesehen von kurzen Phasen der Besatzung durch die Japaner während des Zweiten Weltkrieges und durch die Armee des Taiping-Reichs im 19. Jahrhundert wurde Suzhou von den Wirren des 19. und 20. Jahrhunderts nicht in Mitleidenschaft gezogen. Viele historische Anlagen sind daher original erhalten. Seit 1981 wurde Suzhou (zusammen mit Peking, Hangzhou und Guilin) in die Liste der Städte aufgenommen, deren historisches und kulturelles Erbe unter besonderen Schutz gestellt werden sollte.
Abgesehen von der Seide ist Suzhou heute ein Zentrum der Hightech-Industrie. Seit 1985 ist Suzhou eine der Sonderwirtschaftszonen.
Seit 1997 sind einige der Parks in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. In der etwa 14 Quadratkilometer großen Altstadt dürfen Gebäude eine Höhe von 24 Meter nicht überschreiten.[2] Wolkenkratzer und auch die meisten Wohnblöcke befinden sich deshalb in neueren Stadtvierteln wie dem Suzhou New District oder dem Suzhou Industrial Park.
Kultur und Sehenswürdigkeiten |
Universitäten |
In Suzhou gibt es mehrere Universitäten, wie die 1900 gegründete Soochow-Universität oder die 2006 gegründete Xi’an Jiaotong-Liverpool University.
Museen |
- Museum für Oper und Theater
- Seidenmuseum
Suzhou-Museum (erbaut von Ieoh Ming Pei)
Gärten und Tempel |
- Beisi Ta (chinesisch
北寺塔, Nordtempelpagode) - Canglang Ting (chinesisch
沧浪亭, Pavillon der dunkelblauen Wellen) - Hanshan Si (chinesisch
寒山寺, Tempel des kalten Berges)
Huqiu Shan (chinesisch
虎丘山, Tiger-Hügel)
Liu Yuan (chinesisch
留园, Der Garten des Verweilens)- Ou Yuan(chinesisch
耦园, Der Garten des Paars) - Ruiguang Ta(chinesisch
瑞光塔) - Shizi Lin (chinesisch
狮子林, Löwenwald-Garten) - Shuang Ta (chinesisch
双塔, Zwillingspagoden) - Wangshi Yuan (chinesisch
网师园, Der Garten des Meisters der Netze) - Xiyuan Si (chinesisch
西园寺, Tempel des West-Gartens)
Xuanmiao Guan (chinesisch
玄妙观, Geheimnis-Tempel)- Zhuozheng Yuan (chinesisch
拙政園 /
拙政园, Pinyin Zhuōzhèng Yuán, Der Garten des bescheidenen Beamten, englisch The Humble Administrator's Garden)
Das UNESCO-Welterbe Klassische Gärten von Suzhou umfasst neun der bedeutendsten Gärten der Stadt.
Wolkenkratzer |
Der am östlichen Ufer des Jinjisees entstehende Suzhou Supertower hat seine volle Höhe von 450 Meter erreicht und ist damit das höchste Gebäude Suzhous und Jiangsus. Das 302 Meter hohe Gate of the Orient am westlichen Ufer des Jinjisees ist das zweithöchste Gebäude Suzhous. Daneben wurde 2014 mit dem Bau des Suzhou Zhongnan Centers begonnen, dessen Bau momentan (Februar 2018) allerdings nicht weiterverfolgt wird. Nach seiner Fertigstellung soll es eine Höhe von 729 Meter haben.[3]
Sport |
2005 fanden in Suzhou die Weltmeisterschaften im Speedskating statt, 2008 die Weltmeisterschaften im RoboCup und 2015 die Tischtennisweltmeisterschaft.[4]
In der Stadt befindet sich das 6000 Zuschauer fassende Suzhou Sports Center Gym.
Wirtschaft und Infrastruktur |
Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 erwirtschafte Suzhou ein Bruttoinlandsprodukt von 339,0 Milliarden US-Dollar (KKB). In der Rangliste der wirtschaftsstärksten Metropolregionen weltweit belegte sie damit den 27. Platz. Das BIP pro Kopf betrug 52.020 US-Dollar. Von allen untersuchten Städten in China hatte Suzhou damit das höchste BIP pro Kopf.[5]
Verkehr |
Suzhou Nordbahnhof liegt an der stark frequentierten Schnellfahrstrecke Peking–Shanghai des Hochgeschwindigkeitszugs CRH. Der Hauptbahnhof und die Bahnhöfe Suzhou Industrial Park und Suzhou New District sind Haltepunkte des Hochgeschwindigkeitszuges auf der Strecke Shanghai-Nanjing. Von mehreren Busbahnhöfen bestehen zahlreiche Verbindungen zu anderen Städten. Zu den Flughäfen Pudong und Hongqiao in Shanghai fährt ein Shuttlebus (etwa 2,5 bzw. 1,5 Stunden Fahrzeit).
Der öffentliche Nahverkehr erfolgt vor allem mit Bussen. Die U-Bahn Suzhou wurde 2012 mit einer ersten in Ost-West-Richtung verlaufenden Linie eröffnet, seit 2013 gibt es eine zweite Linie in Nord-Süd-Richtung. Eine dritte Linie wurde 2017 in Betrieb genommen. Fünf weitere Linien befinden sich im Aufbau und sollen noch bis 2020 in Betrieb genommen werden.
2018 wurde eine zweite Straßenbahnlinie eröffnet, nachdem die erste Linie bereits seit 2014 in Betrieb ist.[6]
In der Stadt (vor allem im Suzhou Industrial Park) gibt es zahlreiche Verleihstationen kostenloser öffentlicher Leihfahrräder.
Unternehmen |
In Suzhou unterhält unter anderem der Hardware- und Computermaushersteller Logitech eine Fabrik. Auch für Apple Inc. werden dort u. a. Notebooks, Apple Watches und iPods produziert. Ebenfalls produziert der größte Automobilzulieferer der Welt, die Robert Bosch GmbH, Bremssysteme, (Motor-)Steuergeräte und Audio-/Navigationssysteme in Suzhou. MTU Friedrichshafen produziert in Suzhou Dieselmotoren der Baureihe 2000. Seit 2002 unterhält die Schott AG eine Produktion von Ceran-Kochfeldern in Suzhou, seit 2007 ist dort das Customer Technical Service Center ansässig und seit 2008 werden dort auch pharmazeutische Verpackungen produziert. Seit 2006 ist die Oberösterreichische Miba AG mit der Gleitlager- und Sinterproduktion im Industriepark ansässig, die Carl Zeiss Microimaging GmbH und der japanische Kamerahersteller Canon betreiben in Suzhou Produktionsstätten.
GlaxoSmithKline unterhält in Suzhou einen Produktionsstandort für Medikamente für den chinesischen Markt. Der Getriebemotorenhersteller Getriebebau Nord unterhält in Suzhou sein Fertigungszentrum für Asien. Seit 1992 hat einer der weltweit größten Optikhersteller, die Firma Synta Optics, ihren Hauptsitz in Suzhou. Philips Healthcare baut derzeit ein neues Center für den asiatischen Markt in Suzhou. Das deutsche Unternehmen WIKA lässt in Suzhou Druck- und Temperaturmesstechnik produzieren. Der Ventilspezialist Bürkert Fluid Control Systems ist ebenfalls in Suzhou vertreten.
Samsung ist der größte in Suzhou ansässige Arbeitgeber.
Suzhou Industrial Park |
Der im Osten Suzhous gelegene Suzhou Industrial Park (SIP) wurde 1994 in Zusammenarbeit mit Singapur gegründet. Auf seinen 288 km² gibt es einen Bildungsbereich, auf dem sich unter anderem der naturwissenschaftliche Campus der Soochow-Universität befindet, einen Wohnbereich und einen Fabrikbereich.[7]
Söhne und Töchter der Stadt |
Fan Zhongyan (989–1052), Politiker und Schriftsteller
Chen Chun (1483–1544), Maler
Zhang Binglin (1868–1936), Philologe
Ye Shengtao (1894–1988), Schriftsteller
Nan Huai-Chin (1918–2012), Lehrer des Chan-Buddhismus
Li Desheng (* 1922), Geologe und Politiker
Wu Xiangming (* 1938), Ingenieur
Jin Renqing (* 1944), 2003 bis 2007 Finanzminister der Volksrepublik China
David Chiang (* 1947), Schauspieler
Carina Lau (* 1964), Schauspielerin
Fei Junlong (* 1965), Taikonaut
Li Ruofan (* 1978), Schachspielerin
Zhou Suhong (* 1979), Volleyballspielerin
Cai Yun (* 1980), Badmintonspieler
Wang Shixian (* 1990), Badmintonspielerin
Städtepartnerschaften |
Suzhou unterhält eine Städteverbindung mit Konstanz[8] und weitere Städtepartnerschaften mit Riesa[9], Riga, Victoria (British Columbia), San Antonio[10] und Venedig.
Weblinks |
Commons: 苏州 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Website der Stadt (englisch)- Deutsch-Chinesisches Mittelstands-Institut
„I. M. Pei in China, Revisiting Roots“, New York Times, 9. Oktober 2006, zum Suzhou Museum
Einzelnachweise |
↑ 走进江苏 行政区划. 江苏省政府门户网站, 18. Mai 2018, abgerufen am 24. August 2018 (chinesisch).
↑ Suzhou Strives to Protect Ancient City. 17. April 2004. In: Culture. Auf China.org.cn (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019.
↑ Suzhou Zhongnan Center. In: The Skyscraper Center – Buildings. Auf Skyscrapercenter.com (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019.
↑ Dieter Laibach: WM 2015 in Suzhou. Auf Tischtennis-Infos.de, abgerufen am 5. Februar 2019.
↑ Alan Berube, Jesus Leal Trujillo, Tao Ran, and Joseph Parilla: Global Metro Monitor. In: Brookings. 22. Januar 2015 (brookings.edu [abgerufen am 19. Juli 2018]).
↑ Second tram line opens in Suzhou vom 4. September 2018 (englisch), abgerufen am 5. September 2018
↑ Suzhou Industrial Park: 10 things to know about the China-Singapore project. The Straits Times, 25. Oktober 2014.
↑ www.konstanz.de: Städtepartnerschaften. Abgerufen am 1. Mai 2017
↑ riesa.de: Partnerstädte. Abgerufen am 1. Mai 2017
↑ Suzhou, China. Abgerufen am 1. Mai 2017
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