Landkreis Ahrweiler
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
Bundesland: | Rheinland-Pfalz |
Verwaltungssitz: | Bad Neuenahr-Ahrweiler |
Fläche: | 786,98 km2 |
| Einwohner: | 128.914 (31. Dez. 2017)[1] |
Bevölkerungsdichte: | 164 Einwohner je km2 |
Kfz-Kennzeichen: | AW |
Kreisschlüssel: | 07 1 31 |
NUTS: | DEB12 |
| Kreisgliederung: | 74 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: | Wilhelmstraße 24–30 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler |
Website: | |
Landrat: | Jürgen Pföhler (CDU) |
| Lage des Landkreises Ahrweiler in Rheinland-Pfalz | |
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Der Landkreis Ahrweiler ist eine Gebietskörperschaft im Norden von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die verbandsfreie Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Inhaltsverzeichnis
1 Geographie
1.1 Lage
1.2 Nachbarkreise
2 Geschichte
3 Politik
3.1 Kreistag
3.2 Landräte
3.3 Regionale Kooperation
3.4 Wappen und Flagge
4 Wirtschaft und Verkehr
4.1 Verkehr
5 Gemeinden
6 Kfz-Kennzeichen
7 Ehrenbürger
8 Literatur
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geographie |
Lage |
Der Rhein bildet die Ostgrenze des Kreises. Die Ahr, ein linker Nebenfluss des Rheins, durchquert den Kreis von Südwesten nach Nordosten und mündet an der Kreisgrenze.
Der Stadtteil Ahrweiler von Bad Neuenahr-Ahrweiler liegt am Rande der Eifel. Die Berge nördlich der Ahr werden Ahrberge genannt – sie sind allerdings nicht so hoch wie die Hohe Eifel im Süden des Kreises.
Die Wälder der Eifel sind ein Ergebnis der Wiederaufforstung im 19. Jahrhundert. Am häufigsten kommt die Fichte vor, die ursprünglich nicht typisch für die Region war.
Mit dem an der Grenze zum Landkreis Mayen-Koblenz gelegenen vulkanischen Laacher See gehört der größte See des Landes Rheinland-Pfalz und einzige Caldera-See Mitteleuropas vollständig zum Kreisgebiet. Das Rodder Maar, eine mit Wasser gefüllte flache Senke im Osten des Kreises, wurde in den 1950er Jahren trockengelegt und aufgeforstet, aber 1998 renaturiert. Durch Schließung eines kleinen Dammes entstand das Maar neu als Wasservogelparadies mit seltener vorkommenden Tieren. Dass diese Senke vulkanischer Herkunft ist, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.[2]
Das Weinanbaugebiet entlang der Ahr ist eines der nördlichsten Weinanbaugebiete in Deutschland, besonders bekannt für Rotwein. Die Nordschleife und der Nürburgring, zwei bekannte Rennstrecken, liegen im Landkreis Ahrweiler rund um die Nürburg.
Höchster Punkt des Kreises und auch der gesamten Eifel ist die Hohe Acht mit 747 m, der tiefste liegt nördlich des Remagener Stadtteils Rolandswerth an der Grenze zur Bundesstadt Bonn.
Nachbarkreise |
Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Euskirchen, den Rhein-Sieg-Kreis und die kreisfreie Stadt Bonn (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Neuwied, Mayen-Koblenz und Vulkaneifel (alle in Rheinland-Pfalz).
Geschichte |
Die Region wurde von den Römern unter Julius Caesar um 50 v. Chr. erobert. Einige Jahre später wurde das Legionslager Castra Rigomagus gegründet, aus welchem später die Stadt Remagen entstand. Der Vinxtbach, ein naher Bach und Nebenfluss des Rheins, war die Grenze zwischen den römischen Provinzen Germania superior und Germania inferior. In Ahrweiler befindet sich das Museum Römervilla von Bad Neuenahr-Ahrweiler, ursprünglich als römischer Gutshof (Villa Rustica) angelegt, vergrößert, mehrfach umgebaut und gegen 259/60 n. Chr.[3] planmäßig aufgegeben.
Ahrweiler wurde 893 erstmals urkundlich im Prümer Urbar erwähnt, dem Güterverzeichnis der Abtei Prüm. 1180 wählte der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Friedrich I. (Barbarossa), Sinzig als Ort aus, um die Herrscher von Frankreich und Flandern zu treffen. Ein weiterer bedeutender Ort ist das Kloster Maria Laach am Laacher See im Südosten des Landkreises Ahrweiler.
Von 1798 bis 1814 gehörte das Gebiet als Canton Adenau und Canton Ahrweiler zum Arrondissement Bonn im Département de Rhin-et-Moselle. Die Kreise Ahrweiler und Adenau wurden 1816 gebildet, als Preußen seine Provinzen, darunter auch die Provinz Großherzogtum Niederrhein (Teil der späteren Rheinprovinz), in Regierungsbezirke und Kreise einteilte. Der Kreis Ahrweiler gehörte zum Regierungsbezirk Koblenz (bis 1999) und war verwaltungsmäßig zunächst in sieben Bürgermeistereien (Ahrweiler, Altenahr, Gelsdorf, Königsfeld, Niederbreisig, Remagen, Sinzig) gegliedert. Insgesamt umfasste der Kreis Ahrweiler 141 Ortschaften, in denen um 1815 24.745 Einwohner lebten.[4]
Am 1. Oktober 1932 wurde ein großer Teil des aufgelösten Kreises Adenau, im Wesentlichen das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr, in den Kreis Ahrweiler integriert.
Die Einnahme der Ludendorff-Brücke durch US-Truppen im März 1945 ist ein bekanntes Ereignis. Im Kinofilm Die Brücke von Remagen (1969) ist es dargestellt.
Am 7. November 1970 wurden die Gemeinden Brenk, Burgbrohl, Engeln, Galenberg, Glees, Hohenleimbach, Kempenich, Niederlützingen, Spessart, Wassenach, Wehr und Weibern aus dem aufgelösten Landkreis Mayen in den Landkreis Ahrweiler umgegliedert. Die Gemeinde Nohn wechselte aus dem Landkreis Ahrweiler in den Landkreis Daun.[5]
Eine Fundgrube heimatkundlichen und geschichtlichen Wissens über den Kreis Ahrweiler ist das von der Kreisverwaltung Ahrweiler herausgegebene und in wesentlichen Teilen über das Internet verfügbare Heimatjahrbuch des Landkreises Ahrweiler.[6]
Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das Gebiet des heutigen Landkreises Ahrweiler; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[7][1]
|
|
|
Politik |
(+0,3)
(-0,2)
(+0,7)
(-6,2)
(n. k.)
(n. k.)
(n. k.)
(-3,3)
Kreistag |
Linke: 1
SPD: 9
Grüne: 5
FWG: 5
FDP: 2
CDU: 21
AfD: 3
Der Kreistag des Landkreises Ahrweiler besteht aus 46 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 25. Mai 2014 ergibt sich folgende Sitzverteilung:[8]
| Wahl | SPD | CDU | Grüne | FDP | Linke | AfD | Piraten | FWG | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2014 | 9 | 21 | 5 | 2 | 1 | 3 | 0 | 5 | 46 Sitze |
| 2009 | 9 | 21 | 4 | 5 | – | – | – | 7 | 46 Sitze |
| 2004 | 9 | 25 | 4 | 3 | – | – | – | 5 | 46 Sitze |
| 1999 | 12 | 26 | 3 | 2 | – | – | – | 3 | 46 Sitze |
- FWG = Freie Wählergruppe Landkreis Ahrweiler e. V.
Landräte |
| 1816–1820 | Franz von Gruben | 1945 | Christian Ulrich |
| 1821–1822 | Philipp von Hilgers | 1945–1950 | Hermann Schüling |
| 1822–1840 | Carl von Gärtner | 1951–1965 | Werner Urbanus |
| 1841–1849 | Peter Joseph Schraut | 1965–1973 | Heinz Korbach |
| 1850–1859 | Wilhelm von Hoevel | 1973–1976 | Christoph Stollenwerk |
| 1859–1889 | Rudolf von Groote | 1977–1988 | Egon Plümer |
| 1889–1923 | Albert Heising | 1988–1999 | Joachim Weiler |
| 1923–1934 | Paul Meyers-Platen | seit 2000 | Jürgen Pföhler |
| 1934–1945 | Peter Simmer[9] |
Regionale Kooperation |
Mit Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis kooperiert der Landkreis Ahrweiler im Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler.
Wappen und Flagge |

Flagge

Banner
Blasonierung: „Geviert: 1 in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, 2 in Gold ein rot bewehrter schwarzer Adler, 3 in Gold ein rot bewehrter schwarzer Löwe, 4 in Grün ein silberner Schrägwellenbalken.“ Der Landkreis führt das Wappen seit dem 5. Juli 1927 nach Genehmigung durch das preußische Staatsministerium. | |
Wappenbegründung: Das Kreuz steht für das Kurfürstentum Köln, der Adler für die Grafen von Are und der Löwe für die Herrschaft Jülich-Berg, die in früheren Zeiten Anteil am heutigen Kreisgebiet hatte. Der heraldische Wellenbalken symbolisiert die Rheinprovinz, zu der das Kreisgebiet ab 1822 gehörte. |
Wirtschaft und Verkehr |
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Ahrweiler Platz 216 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[10]
Verkehr |
Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen A 61 (Koblenz–Mönchengladbach), die nicht durchgehend befahrbare A 1 (Trier–Köln), die A 571 und die A 573. Ferner durchziehen zahlreiche Bundesstraßen, darunter die B 9, B 258, B 267 und die B 412, das Kreisgebiet.
Im Rheintal erbaute 1844/1856 die Bonn-Cölner Eisenbahngesellschaft flussaufwärts von Köln über Bonn bis Rolandseck eine Strecke, die von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft 1858/59 über Remagen und Koblenz bis Bingerbrück verlängert wurde.
In Remagen schloss sich 1880 die Ahrtalbahn bis Ahrweiler an, die von der Preußischen Staatsbahn 1886 bis Altenahr und 1888 bis Adenau weitergeführt wurde. Aus strategischen Gründen kam 1912 eine Abzweigung in Dümpelfeld nach Lissendorf hinzu. Die Verbindung aus dem Ahrtal auf die rechte Rheinseite über die Ludendorff-Brücke und ihre Zufahrten wurden erst 1919, ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, vollendet. In der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges spielte diese, später als Brücke von Remagen bekannt, eine entscheidende Rolle.
Bergbau und Industrie des Brohltales wurden 1901 durch eine Schmalspurbahn der Brohltal-Eisenbahn-Gesellschaft AG erschlossen, die von Brohl am Rhein – teilweise mit Zahnradbetrieb – nach Kempenich 20 Kilometer durch den Kreis führte. Der Personenverkehr wurde dort 1960/61 eingestellt. Im Staatsbahnnetz betraf dies weitere Strecken von 33 Kilometern, so dass das Netz heute halbiert ist:
| Jahr | Strecke | Länge |
|---|---|---|
| 1945 | Unkel – Ludendorff-Brücke bei Remagen – Bodendorf | 04 km |
| 1973 | Dümpelfeld – Müsch – Ahrdorf – Lissendorf | 16 km |
| 1985 | Ahrbrück – Hönningen – Dümpelfeld – Adenau | 13 km |
Den Nahverkehr zwischen den beiden damals noch selbständigen Städten Bad Neuenahr und Ahrweiler bediente von 1906 bis 1919 die Elektrische gleislose Bahn Ahrweiler, eine frühe Oberleitungsbus-Linie.
Gemeinden |
Der Landkreis Ahrweiler besteht aus 74 Gemeinden, von denen alle bis auf vier verbandsfreie Gemeinden den vier Verbandsgemeinden angehören.
(Einwohner am 31. Dezember 2017[11])
Verbandsfreie Gemeinden:
Bad Neuenahr-Ahrweiler, Stadt (28.048)
Grafschaft (10.914)
Remagen, Stadt (16.725)
Sinzig, Stadt (17.540)
Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:
| (Sitz der Verbandsgemeinde *) | ||
|
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Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz
Die folgenden Gemeinden des Landkreises Ahrweiler wurden eingemeindet oder schieden aus dem Landkreis aus:
|
|
Kfz-Kennzeichen |
Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen AW zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.
Ehrenbürger |
Am 15. Juni 2005 wurde Philipp Freiherr von Boeselager zum ersten und bisher einzigen Ehrenbürger des Landkreises ernannt.
Literatur |
Sparren, Spähne und Splitter von Sprache, Sprüchen und Spielen aufgelesen im Ahrtal von P(eter) Joerres. P. Plachner’s Buchdruckerei/Verlag von P. Hanstein, Ahrweiler/Bonn 1888/1889.- Werner Jüngling: Auf den Spuren der Vergangenheit – Barweiler, Pomster, Wiesemscheid und Bauler im Wandel der Zeit. Druck und Gesamtherstellung: Mail & Print Thomas Probst, Daun 2012.
Weblinks |
Weitere Inhalte in den Schwesterprojekten von Wikipedia:
| ||
Commons | – Multimedia-Inhalte | |
- Website des Landkreises Ahrweiler
- Statistische Daten des Landkreises Ahrweiler beim Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz
- Geschichte im Landkreis Ahrweiler
- Regionalwiki für den Landkreis Ahrweiler
Literatur von und über Landkreis Ahrweiler im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur über Landkreis Ahrweiler in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise |
↑ ab Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
↑ Ungeklärte Herkunft des Rodder Maars (von Wilhelm Meyer) (Memento des Originals vom 10. Juni 2011 im Internet Archive)
Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis.aw-online.de
↑ Horst Fehr: Römervilla. Führer durch die Ausgrabungen am Silberberg in Bad Neuenahr-Ahrweiler. In: Archäologie an Mittelrhein und Mosel, Band 7, (2. Aufl.) Steffgen, Koblenz 2003, ISBN 3-929645-01-7, S. 20.
↑ Der Regierungs-Bezirk Coblenz nach seiner Lage, Begränzung, Größe, Bevölkerung und Eintheilung, Coblenz: Pauli, 1817, S. 49 ff. (Online-Ausgabe bei dilibri)
↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 158 (PDF; 2,6 MB).
Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
↑ Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler
↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
↑ Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945 (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 69). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 281.
↑ Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prognos.com
↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
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