Pechölstein






Blattähnliche Rillenfläche mit über 2 m Durchmesser eines sehr großen Pechölsteins in Hundsdorf bei Gutau, Oberösterreich




Seitenansicht des Pechölsteins in Hundsdorf bei Gutau, Oberösterreich




Pechstein bei Quellenreuth, Oberfranken mit schalenförmiger Pechpfanne




Griebenherd in Reumtengrün, Vogtland


Pechölsteine, Pechsteine oder Griebenherde werden speziell geformte und bearbeitete Steine, die früher zur Gewinnung von Pech aus harzhaltigen Kiefernästen dienten, genannt.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Begriff


  • 2 Pechgewinnung


  • 3 Liste von Pechölsteinen


  • 4 Literatur


  • 5 Weblinks


  • 6 Einzelnachweise





Begriff |


Der Stein, der zur Pechgewinnung diente, hat lokal verschiedene Bezeichnungen und es gab auch Unterschiede in der Pechgewinnung bzw. der verschiedenen gewonnenen Produkte. Pechölsteine, Pechsteine oder Griebenherde werden auch als Pechschmiersteine oder Speckschmiersteine bezeichnet. Die nächstgrößere Einheit war der Pechofen. Das Gestein Pechstein, welches nicht mit der Pechgewinnung zusammenhängt, hat seinen Namen nach seiner oftmals schwarzen Farbe.



Pechgewinnung |


Der Stein befand sich unmittelbar im Wald, wo die Verarbeitung des Holzes direkt vor Ort stattfinden konnte. Geeignet zur Pechgewinnung mit diesem Verfahren waren Kiefern, Fichten, Tannen und Lärchen. Die Äste wurden pyramidenförmig auf dem Stein aufgeschichtet und mit Fichtenästen, Erde und Rasenstücken abgedeckt. Dieser Meiler wurde dann mindestens einen Tag lang befeuert. Das wegen Sauerstoffmangels nicht brennende Holz gab dabei Pech (Holzteer) ab. Dieses wurde durch Abflüsse oder Rinnen, die in die Pechölsteine geschlagen sind, in ein Behältnis geleitet. Das Pechöl wurde als Salbe oder, mit Schweinefett gemischt, als Wagenschmiere verwendet.[1][2] Gewonnen wurden verschiedene Sorten Pech (siehe z. B. Birkenpech) bzw. Teer, außerdem auch Terpentin und Holzkohle.



Liste von Pechölsteinen |




  • Pechölsteine in Rechberg und im Bezirk Freistadt in Oberösterreich

  • Pechsteine in Quellenreuth, Götzmannsgrün und Völkenreuth, Ortsteile von Schwarzenbach an der Saale stehen unter Denkmalschutz

  • Griebenherde in Reumtengrün, Ortschaft von Auerbach im Vogtland



Literatur |


  • Hans Höllerich: Pechsteine und vorindustrielle Pechgewinnung. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. 67. Band. Bayreuth 1987. S. 163–185.


Weblinks |



 Commons: Pechölstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise |




  1. Seite der Gemeinde Bad Zell


  2. Die Geschichte unseres Ortes - Pechsteine. Heimat- und Geschichtsverein Mohlsdorf e.V. (PDF; 142 kB)




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