FIA-Formel-2-Meisterschaft
| FIA-Formel-2-Meisterschaft | |
|---|---|
![]() | |
Fahrzeugtyp | Monoposto |
Land oder Region | International |
Aktueller Name | FIA-Formel-2-Meisterschaft |
Bisherige Namen | GP2-Serie (2011–2016) |
Erste Saison | GP2-Serie 2005 |
Reifen | Pirelli |
Offizielle Website | fiaformula2.com |
Logo der GP2-Serie
Die FIA Formel-2-Meisterschaft ist eine Automobilrennserie für Formel-Rennwagen und gilt als unmittelbare Vorstufe zur höchsten Motorsportkategorie Formel 1. Die Rennen werden u. a. im Rahmen der europäischen Formel-1-Grand-Prix-Wochenenden ausgetragen.
Sie löste 2005 die internationale Formel-3000-Meisterschaft ab und wurde bis 2016 unter dem Namen GP2-Serie ausgetragen.[1]
Inhaltsverzeichnis
1 Fahrer in der Formel 1
2 Sportliches Reglement
2.1 Ablauf des Rennwochenendes
2.2 Punkteverteilung
3 Technik
3.1 Chassis
3.2 Motor und Getriebe
3.3 Reifen
4 Bisherige Meister
5 GP2-Asia-Serie
6 Weblinks
7 Einzelnachweise
Fahrer in der Formel 1 |
Etliche Fahrer konnten sich in dieser Serie bisher für die Formel 1 empfehlen. Darunter sind die bisherigen GP2-Meister Nico Rosberg (2005), Lewis Hamilton (2006), Timo Glock (2007), Nico Hülkenberg (2009), Pastor Maldonado (2010) und Romain Grosjean (2011). Der Champion der Saison 2008, Giorgio Pantano, der bereits in der Formel-1-Weltmeisterschaft 2004 14 Rennen für Jordan Grand Prix absolvierte, fand wegen seines fortgeschrittenen Alters nicht erneut ein Formel-1-Cockpit. Weitere ehemalige GP2-Piloten, die es in die Formel 1 geschafft haben, sind Heikki Kovalainen (Vizemeister 2005), Nelson Piquet jr. (Vizemeister 2006), Lucas di Grassi (Vizemeister 2007), Bruno Senna (Vizemeister 2008), Witali Petrow (Vizemeister 2009) sowie Sébastien Buemi, Karun Chandhok, Kamui Kobayashi, Kazuki Nakajima, Marcus Ericsson und Scott Speed. Außerdem fuhren Gianmaria Bruni, Antonio Pizzonia und Sakon Yamamoto nach ihrem Formel-1-Engagement in der GP2-Serie.
Sportliches Reglement |
Ablauf des Rennwochenendes |
An einem Formel-2-Wochenende werden am Samstag und am Sonntag jeweils ein Rennen ausgetragen. Nach einem freien Training von 30 Minuten am Freitag entscheidet ein ebenfalls 30-minütiges Qualifying über die Startaufstellung des ersten Rennens am Samstag, welches über 170 Kilometer bzw. 60 Minuten ausgetragen wird und einen Pflichtboxenstopp enthält, der frühestens nach sechs Runden durchgeführt werden darf und bei dem mindestens zwei Reifen gewechselt werden müssen. Die Startaufstellung für das zweite Rennen am Sonntag über eine Distanz von 120 Kilometern bzw. 45 Minuten ergibt sich aus dem Ergebnis des ersten Rennens, wobei die ersten acht Piloten in umgekehrter Reihenfolge starten.
Punkteverteilung |
Die Punktewertung orientiert sich am aktuellen Punktesystem der Formel 1. So erhält der Erstplatzierte des Samstagsrennens 25, der Zweite 18, der Dritte 15 Punkte, bis hin zum Zehntplatzierten, der einen Punkt erhält. Darüber hinaus werden Zusatzpunkte verteilt: Der Polesetter des ersten Rennens erhält vier Bonuszähler. In jedem Rennen werden für den Piloten mit der schnellsten Rundenzeit zwei weitere Punkte gutgeschrieben. Die maximale Punktzahl, die ein Rennfahrer pro Rennwochenende erreichen kann, liegt damit bei 48 Zählern.
Übersicht:
- Pole beim Samstagsrennen: 4 Punkte
- Samstagsrennen: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1 für die besten 10
- Sonntagsrennen: 15-12-10-8-6-4-2-1 für die besten 8
- Schnellste Runde: 2 Punkte pro Rennen (man muss sich allerdings unter den ersten zehn Fahrern platzieren, von der normalen Startposition aus gestartet sein und darf, im Falle des zweiten Rennens, keinen nicht wetterbedingten Reifenwechsel absolviert haben)
Technik |
Chassis |
Fahrzeuge der GP2 in Sepang, 2012
In der im Vergleich zur Formel 1 deutlich kostengünstigeren Nachwuchsserie kommt einheitliche Technik zum Einsatz. In Aussehen, Technik und Leistung ähneln die Monoposti der FIA-Formel-2-Meisterschaft den Wagen der Formel 1 jedoch stark. Seit 2011 wird das Chassis GP2/11 von der italienischen Firma Dallara hergestellt und ist nach den Sicherheitsstandards der Königsklasse konstruiert. Am 31. August 2017 gab die FIA bekannt, dass zur Saison 2018 ein neues Chassis von Dallara, das F2 2018, zur Verwendung kommen wird. Das neue Chassis wird mit dem Halo-System ausgestattet sein.[2]
Motor und Getriebe |
Die eingesetzten 4,0-Liter-V8-Motoren von Renault sind darauf ausgelegt, eine komplette Saison zu überstehen. Sie erzielen etwa 450 kW (612 PS) Leistung und werden von Mecachrome gefertigt und gewartet. Die Rundenzeiten der FIA-Formel-2-Boliden liegen im Rennen, je nach Streckenprofil, bis zu 10 Sekunden über denen der Formel 1. In der Anfangszeit gab es Schwierigkeiten beim Anfahren, wodurch öfter Motoren beim stehenden Start abgewürgt wurden. Einige Rennen wurden deshalb fliegend gestartet. Geschaltet wird mit Schaltwippen am Lenkrad. Zusätzliche Fahrhilfen wie Servolenkung oder Traktionskontrolle sind verboten.[3]
Zur Saison 2018 wurde ein neuer 3,4-Liter-Turbomotor von Mecachrome mit 456 kW (620 PS) Leistung eingeführt.[4]
Reifen |
Als Bereifung kommen Slicks zum Einsatz. Von 2005 bis 2010 war Bridgestone der Reifenausstatter der Meisterschaft, 2011 übernahm Pirelli diese Funktion. Ab 2011 verwendeten die Teams dieselben vier Reifenmischungen wie die Formel 1 und seit 2012 konnten während eines Rennwochenendes – mit Ausnahme des Sonntagsrennens, in dem unbenutzte Reifen der härteren Sorte vorgeschrieben waren – sogar zwei verschiedene Mischungen eingesetzt werden. Insgesamt verfügten die Teams pro Wochenende über vier Sätze Slicks (drei der härteren, einer der weicheren Mischung) und drei Sätze Regenreifen.
Bisherige Meister |
| Jahr | Meister | Punkte | Zweiter | Punkte | Dritter | Punkte | Bestes Team | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
2005 | Deutschland | 120,0 | Finnland | 105,0 | Vereinigte Staaten | 67,5 | Frankreich | 187 |
2006 | Vereinigtes Konigreich | 114,0 | Brasilien | 102,0 | Frankreich | 66,0 | Frankreich | 179 |
2007 | Deutschland | 88,0 | Brasilien | 77,0 | Italien | 59,0 | Vereinigtes Konigreich | 118 |
2008 | Italien | 76,0 | Brasilien | 64,0 | Brasilien | 63,0 | Spanien | 103 |
2009 | Deutschland | 100,0 | Russland | 75,0 | Brasilien | 63,0 | Frankreich | 136 |
2010 | Venezuela | 87,0 | Mexiko | 71,0 | Frankreich | 53,0 | Italien | 114 |
2011 | Frankreich | 89,0 | Italien | 54,0 | Frankreich | 53,0 | Spanien | 101 |
2012 | Italien | 247,0 | Brasilien | 222,0 | Mexiko | 176,0 | Frankreich | 342 |
2013 | Schweiz | 201,0 | Vereinigtes Konigreich | 181,0 | Vereinigtes Konigreich | 159,0 | Russland | 273 |
2014 | Vereinigtes Konigreich | 276,0 | Belgien | 229,0 | Brasilien | 224,0 | Frankreich | 349 |
2015 | Belgien | 341,5 | Vereinigte Staaten | 181,5 | Russland | 139,0 | Frankreich | 410 |
2016 | Frankreich | 219,0 | Italien | 211,0 | Russland | 159,0 | Italien | 430 |
2017 | Monaco | 282,0 | Russland | 210,0 | Vereinigtes Konigreich | 191,0 | Russland | 395 |
2018 | Vereinigtes Konigreich | 287,0 | Vereinigtes Konigreich | 219,0 | Thailand | 212,0 | Vereinigtes Konigreich | 381 |
GP2-Asia-Serie |
Die GP2-Serie wurde fast nur in Europa ausgetragen; einzig in Bahrain gab es 2006 und 2007 jeweils ein Rennen. Ab der Saison 2008 wurde dies deutlicher getrennt, indem die GP2-Asia-Serie geschaffen und auf mehreren asiatischen Rennstrecken ausgetragen wurde. Die Serie wurde nach den gleichen Regeln ausgetragen.
Der Zeitplan der asiatischen GP2-Serie wurde so gestaltet, dass die teilnehmenden Teams im Anschluss an die in den Wintermonaten stattfindende Meisterschaft in der regulären GP2-Serie starten konnten.
Wurden in den beiden ersten Saisons noch Rennen auf diversen asiatischen Strecken ausgetragen, reduzierte es sich in der dritten Saison auf je zwei Rennwochenenden auf zwei Strecken, die auch noch beide im Bereich der arabischen Halbinsel liegen. Für die Saison 2011 blieb nach den Ausschreitungen in Bahrain (wo zwei Rennwochenenden geplant waren) nur noch ein Event in Abu Dhabi übrig. Stattdessen wurde ein Rennwochenende im italienischen Imola ausgetragen und die Serie komplett eingestellt.
Seit der Saison 2012 wird nun eine gemeinsame Meisterschaft in Europa und Asien ausgetragen – mit jeweils vier Rennen in Asien.
Weblinks |
Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise |
↑ Marcus Simmons: GP2 Series becomes new FIA Formula 2 Championship. Autosport.com, 9. März 2017, abgerufen am 10. März 2017.
↑ Das ist das neue Formel-2-Auto ab 2018. motorsport-total.com, abgerufen am 9. September 2017.
↑ The safety and values. gp2series.com, abgerufen am 27. März 2017.
↑ F2 2018 car unveiled in Monza. fia.com, abgerufen am 9. September 2017.
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