Wildschönau
Wildschönau | ||
|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
Bundesland: | Tirol | |
Politischer Bezirk: | Kufstein | |
Kfz-Kennzeichen: | KU | |
Hauptort: | Oberau | |
| Fläche: | 97,3 km² | |
Koordinaten: | 47° 27′ N, 12° 3′ O47.4512.05936 | |
Höhe: | 936 m ü. A. | |
Einwohner: | 4.242 (1. Jän. 2018) | |
Postleitzahlen: | 6311, 6313, 6314 | |
Vorwahl: | 05339 | |
Gemeindekennziffer: | 7 05 30 | |
NUTS-Region | AT335 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Kirchen, Oberau 116 6311 Wildschönau | |
| Website: | ||
| Politik | ||
Bürgermeister: | Hannes Eder (ÖVP) | |
Gemeinderat: (2016) (17 Mitglieder) | ||
| Lage von Wildschönau im Bezirk Kufstein | ||
![]() Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap | ||
Die Wildschönau beim Hauptort Oberau | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Wildschönau ist eine österreichische Gemeinde im Bezirk Kufstein in Tirol mit 4242 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018).
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 24 km oberhalb von Wörgl in den Kitzbüheler Alpen, die Wildschönau genannt; das Gebiet zählt zu den Tiroler Tourismuszentren.
Die Gemeinde umfasst neben verschiedenen Weilern die vier Kirchdörfer Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach. In Oberau ist der Sitz des Gemeindeamtes. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rattenberg.
Neben einer zweisaisonalen touristischen Ausrichtung spielt auch die intensive Alm- und Weidewirtschaft eine Rolle, daneben pendeln viele Bewohner zu ihren Arbeitsstätten außerhalb der Gemeinde.
In der Wildschönau wurde lange Zeit Bergbau betrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Geografie
1.1 Gemeindegliederung
1.2 Nachbargemeinden
2 Geschichte
3 Wappen
3.1 Bevölkerungsentwicklung
4 Wirtschaft
4.1 Öffentliche Einrichtungen der Gemeinde
4.2 Freizeit und Sport
5 Tourismus
5.1 Nächtigungen in der Wildschönau
6 Kultur und Sehenswürdigkeiten
7 Söhne und Töchter der Gemeinde
8 Gemeindepartnerschaften
9 Weblinks
10 Einzelnachweise
Geografie |
Die Wildschönau beginnt im Osten mit Niederau und Straßenverbindungen nach Wörgl und Hopfgarten im Brixental, nach Westen hin verläuft sie aufsteigend zu einer Wasserscheide, über die sich Oberau zur Wildschönauer Ache und dem Ortsteil Mühltal hinzieht. Die Ache verläuft von Süd nach Nord, vom Siedeljoch über Auffach und Mühltal durch die Kundler Klamm in den Inn. Von Mühltal zweigt eine Straße steil bergauf nach Westen ab und führt nach Thierbach und endet weiter westlich vor der Gratlspitz. In der Nähe des Endtalhofs bei einer Kapelle (1086 m ü. A.) beginnt die Sauluegstraße, eine nicht unriskante Schotterstraße, die am Silberschaubergwerk Lehenlahn Richtung Kundl vorbeiführt. Erst ab etwa 880 m Seehöhe weist die Straße Asphaltbelag auf.
Im Westen wird das Tal durch folgende Berge (von Nord nach Süd) begrenzt: Gratlspitz (1899 m), Schatzberg (1898 m), Joelspitze (1964 m), Lämpersberg (2202 m), Kleiner Beil (2197 m), Großer Beil (2309 m, höchster Berg des Tales) und Sonnjoch (2287 m, nicht zu verwechseln mit dem Sonnjoch im Karwendel). Westlich dieser Kette liegt das Alpbachtal.
Der Talteil um die Wildschönauer Ache wird östlich begrenzt durch Roßkopf (1731 m), Feldalphorn (1923 m), Schwaigberghorn (1990 m), Breitegg-Gern (1981 m), Wildkarspitze (1961 m) und Breiteggspitze (1868 m).
Als südlicher Talabschluss werden diese beiden Ketten durch das passartige Siedeljoch (1689 m) miteinander verbunden, über das man in den Langen Grund (Kelchsau) gelangt.
Den südlichen Abschluss des östlichen Talteiles um Niederau bilden Roßkopf und Markbachjoch (1440 m).
Im Norden wird das Tal durch eine deutlich niedrigere Bergkette zum Inntal hin abgegrenzt. Von West nach Ost: Gratlspitz, Thierbacher Kogl (1312 m), Kragenjoch (1425 m), Sonnberger Jöchl (1285 m), Möslalmkogl (1109 m), unterbrochen durch die Kundler Klamm zwischen Thierbacher Kogl und Kragenjoch.
Gemeindegliederung |
Die Gemeinde besteht aus vier Katastralgemeinden und vier gleichnamigen Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2018[1]):
| Kirchdörfer | Fläche | Einw. | Seehöhe |
|---|---|---|---|
| Auffach | 46,85 km² | 992 | 875 m |
| Niederau | 10,90 km² | 1043 | 826 m |
| Oberau | 13,10 km² | 2054 | 936 m |
| Thierbach | 26,57 km² | 153 | 1173 m |
Nachbargemeinden |
Brixlegg, Radfeld | Kundl | Wörgl |
Alpbach | Hopfgarten im Brixental |
Geschichte |
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wildschönau in den Jahren 1193–1195, als der oberbayrische Graf Heinrich von (Lechsgemünd)-Rettenberg (bei Unterwössen) Eigenleute an das Kloster Herrenchiemsee schenkungsweise übertrug. Unter den Zeugen der Urkunde findet sich der Ministeriale Adelbertus de Wiltsconenŏwe (= Albert von Wildschönau).[2]
Ab dem 16. Jahrhundert wurden in Thierbach an den Abhängen des Gratlspitz Silber- und Kupfererze abgebaut, die in Brixlegg verhüttet wurden. Wegen mangelnder Rentabilität wurde der Bergbau im 19. Jahrhundert eingestellt.
1811 konstituierte sich Wildschönau als Gemeinde. 1911 wurde durch die Kundler Klamm eine Straßenverbindung ins Inntal hergestellt, diese ist heute nur mehr ein Wanderweg.
Wappen |
Der Wortlaut der Verleihungsurkunde vom 10. Juli 1958:
„Die Tiroler Landesregierung hat in ihrer Sitzung am 10. Juli 1958 der Gemeinde Wildschönau in Würdigung ihres erstmals elfhundertneunzig bezeugten geschichtlichen Alters gemäß der Tiroler Gemeindeordnung vom 31. März 1949 folgendes in der Urkunde dargestellte Wappen verliehen:
- ‚Eine gestürzte Spitze, Blau in Schwarz mit einem goldenen Drachen gespreizt.‘
Das Wappen weist auf die alte Sage hin, wonach die Wildschönau einmal ein großer See gewesen sei. Ein riesiger Drache hauste an seinem Ufer und richtete großen Schaden an. Ein mutiger Bauer tötete das Ungetüm durch eine List. Im Verenden schlug der Drache unter furchtbarem Gebrüll mit Schweif und biss in den Felsen, daß er barst. Nun ergossen sich die Wasser in das Inntal und die Wildschönau wurde urbar. Die gestürzte Spitze versinnbildlicht den durch den Drachen geborstenen Felsen. […] Innsbruck am 10. Juli 1958 […]“[3]
Der Roßkopf von Thierbach aus gesehen
Die Gratlspitz im Sommer 2010 von Thierbach aus gesehen
Der Hauptort Oberau von Thierbach aus gesehen
Der in Europa eher seltene Tintenfischpilz aus der Gattung der Gitterlinge auf der Achentalalm oberhalb von Wildschönau
Bevölkerungsentwicklung |

Wirtschaft |
In der Wildschönau sind etwa 186 landwirtschaftliche Betriebe, die großteils als Bergbauernhöfe einzustufen sind. Der höchstgelegene Hof „Stödl“ am Oberauer Sonnberg liegt auf 1334 m.
Neben Handwerks- und Kleingewerbebetrieben ist vor allem der Tourismus Arbeitgeber für die Bevölkerung. Zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft wurde im September 2010 der Verein Wildschönauer Wirtschaft gegründet.
Öffentliche Einrichtungen der Gemeinde |
- Altenwohn- und Pflegeheim
- Sozial- und Gesundheitssprengel
- Bücherei Niederau
- Gemeindebücherei Wildschönau
- 3 Freiwillige Feuerwehren in Auffach, Niederau und Oberau
- 3 Kindergärten in Auffach, Niederau und Oberau
- 4 Volksschulen in Auffach, Niederau, Oberau und Thierbach
- Neue Mittelschule und Neue Musikmittelschule in Oberau (zusammen 201 Schüler 2014/15)
Freizeit und Sport |
Es gibt in der Wildschönau u. a. folgende Sport und Freizeitangebote:
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Tourismus |
Der Hauptwirtschaftszweig der Gemeinde ist der Tourismus. Die Wildschönau bietet etwa 8.000 Gästebetten.
Loipe in Oberau
Es gibt zwei voneinander getrennte Skigebiete am Markbachjoch und am Schatzberg mit zusammen rund 70 km Pisten in den Schwierigkeitsgraden blau bis schwarz und 25 Bergbahnen und Skilifte. Die beiden Sesselbahn-Neubauten am Skigebiet Schatzberg (Auffach) ersetzen mehrere ältere Schlepplifte. 2008 wurde der alte Sessellift in Niederau durch einen modernen Vierer-Sessellift ersetzt. Eine Lift-/Pistenverbindung ins Alpbachtal wurde am 7. Dezember 2012 nach langer Planungszeit in Betrieb genommen. Somit entstand ein großer Skiverbund unter dem Namen „Ski-Juwel Alpbachtal – Wildschönau“, der es von der Größe unter die Top-Ten der Tiroler Skigebiete geschafft hat.
Weiters gibt es 50 km Langlaufloipen, 40 km Winterwanderwege, Pferdeschlittenfahrten und 3 geräumte Nordic-Walking-Strecken.[4]
Bummelzug bei der Kundler Klamm
Im Sommer stehen etwa 300 km Wanderwege zur Verfügung mit den Gondelbahnen am Markbachjoch und Schatzberg als Aufstiegshilfe, weiters ein geheiztes Freischwimmbad, ein Beachvolleyballplatz, fünf Hotelhallenbäder, Saunen, eine Minigolfanlage, drei Tennisplätze.
Ein besonderes Highlight stellen Bummelzüge dar, die im Sommer vom Mühltal aus in vier verschiedene Richtungen verkehren: zum Eingang der Kundler Klamm[5], durch das ganze Tal[6], zur Schönanger Alm[7] und nach Thierbach.[8]
Nächtigungen in der Wildschönau |
| Jahr | Nächtigungen |
|---|---|
| 1955 | 61.828 |
| 1962 | 177.218 |
| 1969 | 437.928 |
| 1976 | 872.499 |
| 1990 | > 1.000.000 |
| 2010 | ca. 850.000[9] |
Kultur und Sehenswürdigkeiten |
Kath. Pfarrkirche hl. Margaretha in Oberau
Kath. Pfarrkirche hl. Michael in Thierbach
Bergauernmuseum z'Bach
- Kirchen und Kapellen
Schaubergwerk Lehenlahn in Thierbach- Kundler Klamm
- Bergauernmuseum z'Bach
- 1. Tiroler Holzmuseum in Auffach
- Skulpturenpark Markbachjoch
- Franziskusweg von Niederau nach Oberau
- Schönangeralm mit Schaukäserei in Auffach
- Speckbacherstube im Sollerwirt in Thierbach
- viele Feste und Veranstaltungen
Söhne und Töchter der Gemeinde |
Alois Hörbiger (1810–1876), Orgelbauer, Großvater von Hanns Hörbiger, dem Begründer der Schauspielerdynastie Hörbiger
Gottlieb Schuller (1879–1959), Glasmaler und Mosaikkünstler
Andreas Thaler (1883–1939), Politiker (Landwirtschaftsminister) und Koloniegründer von Treze Tílias in Brasilien
Sixtus Lanner (* 1934), Politiker (ÖVP)
Hans Haas (* 1957), Koch, Chefkoch des Tantris in München
Norbert Siedler (* 1982), Autorennfahrer- Florian Klingler (* 1995), Juniorenweltmeister 2014 im Crosstriathlon
- Vanessa Stadler, Weltmeisterin 2015 im Naturbahnrodeln
Gemeindepartnerschaften |
Brasilien
Treze Tílias (Dreizehnlinden), Brasilien
Weblinks |
70530 – Wildschönau. Gemeindedaten, Statistik Austria.- Gemeinde Wildschönau
Eintrag zu Wildschönau im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)
Einzelnachweise |
↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (CSV)
↑ Martin Bitschnau, Hannes Obermair (Bearb.): Tiroler Urkundenbuch, II. Abt.: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals, Bd. 2: 1140–1200. Innsbruck: Wagner 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 382 Nr. 881; das Stück wurde in der älteren Literatur (Monumenta Boica 2, S. 356 Nr. 218) ungenau auf „ca. 1190“ datiert.
↑ Zahlen und Fakten auf wildschoenau.tirol.gv.at, abgerufen am 27. April 2016.
↑ wildschoenau.at (PDF).
↑ Bummelzug Wildschönau. bummelzug.com
↑ Von Dorf zu Dorf durch das ganze Tal. bummelbahn.com
↑ http://[www.bummelbahn.com/sommertraum/nach-fahrplan/schoenanger-alm/index.html Schönanger Alm]. bummelbahn.com
↑ Bergdorf Thierbach. bummelbahn.com
↑ Wildschönauer Gemeindeblatt vom Dezember 2010 (PDF-Datei, abgerufen am 15. Jänner 2011; 4,23 MB)
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