Scheyern












































































Wappen
Deutschlandkarte

Wappen der Gemeinde Scheyern



Scheyern

Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Scheyern hervorgehoben


48.511.466666666667479Koordinaten: 48° 30′ N, 11° 28′ O
Basisdaten

Bundesland:

Bayern

Regierungsbezirk:

Oberbayern

Landkreis:

Pfaffenhofen an der Ilm

Höhe:
479 m ü. NHN

Fläche:
38,3 km2
Einwohner:
4894 (31. Dez. 2017)[1]

Bevölkerungsdichte:
128 Einwohner je km2

Postleitzahl:
85298

Vorwahlen:
08441, 08445

Kfz-Kennzeichen:
PAF

Gemeindeschlüssel:
09 1 86 151
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ludwigstr. 2
85298 Scheyern

Website:

www.scheyern.de

Bürgermeister:
Manfred Sterz (FW)
Lage der Gemeinde Scheyern im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm


Ingolstadt
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Landkreis Dachau
Landkreis Eichstätt
Landkreis Freising
Landkreis Kelheim
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Karte
Über dieses Bild



Scheyern ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Der Ort ist vor allem durch die örtliche Benediktinerabtei bekannt.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Panorama


  • 2 Geschichte


    • 2.1 Entstehung der Siedlung um eine Burg


    • 2.2 Wechselnde Herrscher


    • 2.3 Eingemeindungen


    • 2.4 Einwohnerentwicklung




  • 3 Politik


    • 3.1 Bürgermeister


    • 3.2 Finanzen


    • 3.3 Wappen




  • 4 Wirtschaft und Infrastruktur


    • 4.1 Wirtschaft


    • 4.2 Staatliche Einrichtungen


    • 4.3 Bildungseinrichtungen


    • 4.4 Kindergärten


    • 4.5 Ehemalige Garnison




  • 5 Persönlichkeiten mit Bezug zu Scheyern


  • 6 Kulturelle und regelmäßige Veranstaltungen


  • 7 Freizeit


  • 8 Literatur


  • 9 Weblinks


  • 10 Einzelnachweise





Panorama |





vergrößern und Informationen zum Bild anzeigen


Panorama des Klosters Scheyern (2016)



Geschichte |




Kloster Scheyern 2012



Entstehung der Siedlung um eine Burg |


Die Gründung der ersten Burg Scheyern liegt im Dunkeln. Nach dem Renaissance-Geschichtsschreiber Aventin soll sie bereits im Jahr 508 als Herrschersitz errichtet worden sein; sicherlich eine Legende. Die neuere Forschung (Karl Bosl) vermutet, dass der bayerische Pfalzgraf Arnulf II. die Burg um 940 erbaut haben könnte.


Um 1060 brachte vermutlich Hazinga (von Kühbach) die Burg, auf der sie geboren worden war, in die zweite Ehe des Freisinger Vogtes Otto ein.[2] In der Folge nannten sich die Nachkommen beider Grafen von Scheyern (comes de Skyrum) und wurden das Ursprungsgeschlecht der Wittelsbacher.



Wechselnde Herrscher |


Im Jahre 1119 zog Graf Otto V. von Scheyern als Graf von Wittelsbach in die Burg Wittelsbach ein, wandelte seine nunmehr ungenutzte Burg in Scheyern in das Kloster Scheyern als sein Hauskloster mit Grablege um und übergab es den Benediktinern vom Petersberg (inzwischen ein Ortsteil der Gemeinde Erdweg). Diese siedelten auf dem ehemaligen Burgberg (bis ca. 1800 unter dem Namen Hag) eine Handwerkersiedlung an, die um 1400 aus den beiden Huben von Hag entstand, von denen die größere, die Hube des Albert im Jahr 1260 ursprünglich von Merbod von Bachern als Lehen an den Klosterministerialen Albert von Hag und seine Nachkommen übergeben wurde („ohne Abgaben“). Dann gelangte die Burg jedoch, zwischenzeitlich um ca. 1400 an die Kirche von Hohenwart getauscht, wieder in den Besitz der Klosterabtei Scheyern und hieß später die Hube des Plamoser. Die Abtei war im Mittelalter ein Zentrum der Schreibkunst und Buchmalerei. Der Ort Scheyern gehörte zur geschlossenen Hofmark des Klosters Scheyern. Das Hauskloster der Wittelsbacher wurde 1803 säkularisiert. 1838 ließ König Ludwig I. Scheyern zunächst als Benediktiner-Priorat wieder errichten, seit 1843 ist Scheyern wieder Abtei.




Eingemeindungen |


Am 1. April 1971 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Triefing in die Gemeinde Scheyern eingegliedert, am 1. Januar 1972 Mitterscheyern,[3] am 1. April 1973 Vieth, am 1. Januar 1974 Euernbach und am 1. Januar 1975 Winden bei Scheyern.[4]



Einwohnerentwicklung |



  • 1961: 3088 Einwohner

  • 1970: 3271 Einwohner

  • 1987: 3468 Einwohner

  • 1991: 3865 Einwohner

  • 1995: 4199 Einwohner

  • 2000: 4435 Einwohner

  • 2005: 4517 Einwohner

  • 2010: 4824 Einwohner

  • 2015: 4862 Einwohner



Politik |



Bürgermeister |


Bürgermeister seit 2014 ist Manfred Sterz (FW). Er wurde am 30. März 2014 mit 69,6 Prozent in der Stichwahl gewählt.



Finanzen |


Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2015 umgerechnet 4621 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 704 T€.


Der Gemeindehaushalt 2015 belief sich auf insgesamt 13.133.000 €, davon Verwaltungshaushalt 8.972.000 €, Vermögenshaushalt 4.161.000 €.



Wappen |


Das Wappen zeigt auf blauem Hintergrund das Scheyrer Kreuz, der davorliegende goldene Zickzackbalken gilt als Allodzeichen der Wittelsbacher, aus deren Stammburg das Kloster Scheyern hervorging.



Wirtschaft und Infrastruktur |



Wirtschaft |


Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 205 und im Bereich Handel und Verkehr 57 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren in Scheyern 225 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1423. Zwei Betriebe gehörten zum verarbeitenden Gewerbe, zum Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2392 ha, davon waren 1005 ha Ackerfläche und 812 ha Dauergrünfläche.



Staatliche Einrichtungen |


  • Klostergut der Benediktinerabtei, gepachtet als Forschungsgut des Helmholtz Zentrums München


Bildungseinrichtungen |



  • 1979–2003 Bayerische Waldbauernschule

  • staatl. Berufsoberschule für Wirtschaft und Technik inkl. Wohnheim für Schüler (in den Räumen des ehemaligen Klostergymnasiums, welches seit den siebziger Jahren in Pfaffenhofen an der Ilm untergebracht ist.)

  • Grundschule mit 161 Schülern

  • Mittelschule mit 160 Schülern

  • Fachoberschule Scheyern für Wirtschaft und Technik



Kindergärten |



  • Kindergarten Froschkönig mit 99 Plätzen, davon 24 in der Kinderkrippe

  • Pfarrkindergarten St. Martin mit 88 Plätzen, davon 13 in der Kinderkrippe



Ehemalige Garnison |


Bereits in der Zeit des Zweiten Weltkrieges war Scheyern ein Standort der Luftnachrichtentruppe der Luftwaffe. Mit Anfängen seit 1945, der Frühzeit des Kalten Krieges, waren in Scheyern Abhöreinheiten der US-Luftwaffe untergebracht gewesen.
Bis zur Aufgabe der Schyren-Kaserne 1993 war Scheyern auch Bundeswehrstandort. Seit 1958 waren dort Flugabwehreinheiten der Luftwaffe stationiert.



Persönlichkeiten mit Bezug zu Scheyern |



  • Herzogtum Haus Scheyern-Wittelsbach-Bayern; S.K.H. Prinz Leopold von Bayern (Schirmherr „Kunst Im Gut“).

  • Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. besuchte Kloster Scheyern alljährlich, um hier Ruhe zu finden.

  • Joseph Peruschitz, Opfer beim Untergang der Titanic, war Scheyerer Benediktinerpater.

  • Klosterschüler waren unter anderem der bayerische Minister Alois Hundhammer und der Reichstagsabgeordnete Georg von Orterer.

  • Die bayerischen Herzöge und Herzoginnen Otto I. und Agnes von Loon, Ludwig der Kelheimer, Otto II. und Agnes von Braunschweig sind im Kloster Scheyern begraben.


  • Christoph Gottschalk war Schüler des früheren humanistischen Gymnasiums der Abtei, die 1970 in das staatliche Schyrengymnasium übernommen wurde.


  • Johann Schrenk war Schüler des früheren humanistischen Gymnasiums der Abtei


  • Josef Martin Bauer, Autor des Welterfolgs So weit die Füße tragen, legte im Gymnasium der Abtei 1920 das Abitur ab.


  • Andreas Mehringer war Schüler am ehemaligen Gymnasium.


  • Claus Hipp (Babynahrungshersteller und bekannter Künstler) war ebenso Schüler des früheren humanistischen Gymnasiums im Kloster.


  • Joseph Greger, deutscher Autorennfahrer, ist in Scheyern geboren.


  • Michael Hefele, Fußballprofi, aufgewachsen und Karrierebeginn in Scheyern.


  • Christine Reimer, Schauspielerin, bekannt durch die Rolle der Monika Vogl in der Serie „Dahoam is Dahoam“



Kulturelle und regelmäßige Veranstaltungen |




  • Kunst im Gut: Jeweils Kunstausstellung und -markt am ersten Mai- und Oktoberwochenende im Prielhof (Klostergutshof).


  • Rock im Treff: Indoor-Festival mit international bekannten und lokalen Bands im Frühjahr und im Spätherbst jährlich im Prielhof Scheyern

  • „Humulus Lupulus“: Outdoorfestival, welches jeweils ein Wochenende lang im August beim Ortsteil Vieth stattfindet.


  • „Lied Gut“ Open-Air: Konzertreihe mit vorwiegend deutschsprachigen Künstlern im Prielhof (Klostergutshof) im Juli. Bisher: 2007 Hans Söllner, 2008 Rainhard Fendrich, 2009 Willy Astor, 2010 Haindling, 2011 Die Prinzen, 2012 Erste Allgemeine Verunsicherung, 2014 Seer, 2015 Rainhard Fendrich


  • Kleinkunst im Gewölbe: Kleinkunstveranstaltung mit bekannten sowie unbekannten Künstler im über 250 Jahre alten Gewölbe. Bisher. Stephan Zinner; Claudia Koreck; Martin Kälberer; CASH-N-GO; Aurel Bereuter; Christoph Weiherer; Keller Steff; Michi Dietmayr; Well Brüder aus'm Biermoos u. v. m.


  • Großes Reit- und Springturnier der Pferdefreunde Euernbach e.V., jedes dritte Wochenende im September mit einem Starterfeld aus ganz Bayern.



Freizeit |



  • Planetenweg Scheyern: Auf dem Benediktusweg durchs Sonnensystem; Startpunkt des Rundweges: Prielhof; Maßstab: 1:2,25 Mrd. Siehe auch Website.


Literatur |



  • Eine kurze Nachricht von Scheyern. Scheyern, 1826. urn:nbn:de:bvb:12-bsb10678107-5


Weblinks |



 Commons: Scheyern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


 Wikivoyage: Scheyern – Reiseführer


  • Gemeinde Scheyern

  • Eintrag zum Wappen von Scheyern in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte



  • Scheyern: Amtliche Statistik des LfStat


Einzelnachweise |




  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).


  2. Hans C. Faussner: Zur Frühzeit der Babenberger in Bayern und Herkunft der Wittelsbacher: Ein Kapitel bayrisch-österreichischer Geschichte aus rechtshistorischer Sicht, Sigmaringen 1990.


  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 551. 


  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 586. 


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