Erz
Eisenerz (Bändererz)
Manganerz
Bleierz
Golderz
Erz (Plural Erze) ist ein aus der Erdkruste bergmännisch abgebautes und meist zusätzlich mechanisch sowie chemisch weiterverarbeitetes Mineralgemenge, das historisch ausschließlich wegen seines Metallgehaltes abgebaut wurde, um es für Werkzeuge und Ähnliches weiterzuverarbeiten. Die Kupfersteinzeit, die Bronzezeit sowie die Eisenzeit verdanken ihre Namen indirekt diesem Ausgangsstoff.
Erz besteht aus den zu verwertenden Erzmineralen und der nicht verwertbaren Gangart. Die Gewinnung bzw. der Abbau, ober- oder unterirdisch, und die weitere Verwendbarkeit der Erze, wird vom geologischen Vorkommen der Minerale, ihrer distributiven Verfügbarkeit und vom technologischen Fortschritt des Bergbaues bzw. den nachfolgenden Wirtschaftsbetrieben, wie der Metallproduktion und -Verarbeitung, bestimmt.
Heute findet der Abbau und die Gewinnung von sehr viel mehr Mineralien aus dem Boden zu Erzen statt, da die chemische und physikalische Verwertbarkeit technologisch fortgeschrittener ist. Teilweise werden wirtschaftlich verwertbare Minerale, die z. B. auf Nichtmetalle wie Schwefel abgebaut werden, als Erz bezeichnet, auf der anderen Seite aber auch als mineralische Rohstoffe.[1]
Inhaltsverzeichnis
1 Definitionen
2 Gliederung der Erzminerale nach dem Anion
2.1 Sulfidische Erze
2.2 Oxidische Erze
2.3 Silikatische Erze
3 Gliederung der Erzminerale nach dem Metallkation
3.1 Schwarzmetallerze: Fe, Mn, Cr, Ti, Ni, Co, W, Mo, V
3.1.1 Eisenerze
3.1.2 Manganerze
3.1.3 Chromerze
3.1.4 Titanerze
3.1.5 Nickelerze
3.1.6 Kobalterze
3.1.7 Wolframerze
3.1.8 Molybdänerze
3.1.9 Vanadiumerze
3.2 Buntmetallerze: Cu, Pb, Zn, Sn
3.2.1 Kupfererze
3.2.2 Bleierze
3.2.3 Zinkerze
3.2.4 Zinnerze
3.3 Leichtmetallerze: Al, Mg, Li, Be
3.3.1 Aluminiumerze / Bauxit
3.3.2 Magnesiumerze
3.3.3 Berylliumerze
3.3.4 Lithiumerze
3.4 Edelmetallerze: Au, Ag, Pt
3.4.1 Golderze
3.4.2 Silbererze
3.4.3 Platinerze
4 Auswahl wichtiger Erzminerale in alphabetischer Reihenfolge
4.1 Importabhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland
5 Siehe auch
6 Weblinks
7 Einzelnachweise
Definitionen |
Erz ist ein Begriff aus der Ökonomie. Ob ein Mineralvorkommen als Erzlagerstätte bezeichnet wird, hängt einzig von der Wirtschaftlichkeit des Abbaus ab. Hierunter werden auch die Erze gezählt, die im Verlaufe der Geschichte abgebaut wurden. Da die Wirtschaftlichkeit der einzig bestimmende Faktor ist, könnten also in Zeiten der Ressourcenknappheit durchaus Mineralvorkommen, die derzeit uninteressant erscheinen, als Lagerstätten eingestuft und abgebaut werden.
„Erze sind natürlich vorkommende Mineralaggregate von wirtschaftlichem Interesse, aus denen durch Bearbeitung ein oder mehrere Wertbestandteile extrahiert werden können. Meistens sind dies Minerale, die mehr oder weniger metallische Bestandteile enthalten.“
Dennoch ist der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch hauptsächlich mit metallischen Komponenten assoziiert. Die Definition nach James F. Kemp 1909 ist im Prinzip nach wie vor gültig:
„Erz ist ein mehr oder weniger mit Gangart verwachsenes, metallhaltiges Mineral oder Mineralgemenge, das - vom Standpunkt des Bergmanns oder Aufbereiters betrachtet - mit Gewinn abgebaut, bzw. gewinnbringend weiterverarbeitet werden kann. Die Frage, ob ein Metall oder mehrere Metalle Gewinn abwerfen, scheint das einzig mögliche Kriterium zu sein, welches benutzt werden kann.“
Verbindungen wie Kochsalz oder Kalk werden also nicht als Erze bezeichnet.
Die Geschichte der Menschheit ist seit langem auch mit der Gewinnung von Stoffen aus der Natur verbunden. Stand zuerst nur die Gewinnung von Erden und Mineralen durch mehr oder wenig zufälliges Sammeln von frei vorkommenden Mineralen und Verwitterungsprodukten im Vordergrund, so wurde doch bald auch ein gezieltes Suchen und der Bergbau zur Beschäftigung des Menschen.
Erze können ganz unterschiedliche Metallgehalte aufweisen. Ein Zinnerz mit 2 % Zinnanteil mag bereits als reich gelten, wohingegen ein Eisenerz erst mit über 60 % Eisen (früher in Deutschland: 30 % Eisen) als hochgradig angesehen wird.
Gliederung der Erzminerale nach dem Anion |
Sulfidische Erze |
Chalkopyrit: CuFeS2
Galenit: PbS
Zinkblende: ZnS
Oxidische Erze |
Chromit: (Fe,Mg)Cr2O4
Kassiterit: SnO2
Magnetit: Fe3O4
Silikatische Erze |
Népouit: (Ni,Mg)6[(OH)8|Si4O10]
Beryll: Be3Al2(SiO3)6
Spodumen: LiAl(SiO3)2
Gliederung der Erzminerale nach dem Metallkation |
Schwarzmetallerze: Fe, Mn, Cr, Ti, Ni, Co, W, Mo, V |
Eisenerze |
Magnetit bzw. Magneteisenstein: Fe3O4
Hämatit bzw. Eisenglanz: Fe2O3
Siderit bzw. Eisenkalk: Fe[CO3]
Manganerze |
Pyrolusit bzw. Weichmanganerz: MnO2
Psilomelan bzw. Hartmanganerz: (Ba,H2O)4Mn10O20
Chromerze |
Chromit: FeCr2O4
Titanerze |
Ilmenit bzw. Titaneisen: FeTiO3
Rutil: TiO2
Nickelerze |
Népouit: (Ni,Mg)6[(OH)8|Si4O10]
Pentlandit bzw. Nickelmagnetkies:(Fe,Ni)9S8
Kobalterze |
Skutterudit bzw. Speiskobalt: (Co,Ni)As3
Cobaltit bzw. Kobaltglanz: CoAsS
Wolframerze |
Wolframit: (Fe,Mn)WO4
Scheelit: CaWO4
Molybdänerze |
Molybdänit: MoS2
Vanadiumerze |
Vanadinit: Pb5(VO4)3Cl
Carnotit K2(UO2)2(VO4)2·3H2O
Buntmetallerze: Cu, Pb, Zn, Sn |
Kupfererze |
Chalkosin bzw. Kupferglanz: Cu2S
Chalkopyrit bzw. Kupferkies: CuFeS2
Bleierze |
Galenit bzw. Bleiglanz: PbS
Cerussit bzw. Weißbleierz: PbCO3
Zinkerze |
Sphalerit bzw. Zinkblende: ZnS
Smithsonit bzw. Zinkspat: ZnCO3
Zinnerze |
Kassiterit: SnO2
Stannit bzw. Zinnkies: Cu2FeSnS4
Leichtmetallerze: Al, Mg, Li, Be |
Aluminiumerze / Bauxit |
Gibbsit: Al(OH)3
Diaspor: AlO(OH)
Böhmit : AlO(OH) bzw. γ-AlOOH
Magnesiumerze |
Magnesit: MgCO3
Kieserit: MgSO4 * 4 H2O
Berylliumerze |
Beryll: Be3Al2(SiO3)6
Phenakit: Be2SiO4
Lithiumerze |
Spodumen: LiAl(SiO3)2
Zinnwaldit: K2Li4Al2(F,OH)4/Si8O20
Edelmetallerze: Au, Ag, Pt |
Golderze |
- gediegen Gold: Au
Calaverit: AuTe2
Sylvanit: (AuAg)2Te4
Silbererze |
- gediegen Silber: Ag
Argentit bzw. Silberglanz: Ag2S
Platinerze |
- gediegen Platin: Pt
Sperrylith: PtAs2
Auswahl wichtiger Erzminerale in alphabetischer Reihenfolge |
Argentit: Ag2S
Bauxit: Al(OH)3
Bastnäsit (eigentlich Bastnäsit-(Ce), Bastnäsit-(La), Bastnäsit-(Y), Hydroxylbastnäsit-(Ce)): (Ce,La,Y)(CO3)F bzw. (Ce,La,Y)(CO3)(OH,F)
Beryll: Be3Al2(SiO3)6
Bornit: Cu5FeS4
Chalkopyrit: CuFeS2
Chalkosin: Cu2S
Chromit: (Fe,Mg)Cr2O4
Cobaltit: (Co,Fe)AsS
Columbit-Tantalit oder Coltan: (Fe,Mn)(Nb,Ta)2O6
Galenit: PbS
Gold: Au
Hämatit: Fe2O3
Ilmenit: FeTiO3
Kassiterit: SnO2
Magnetit: Fe3O4
Molybdänit: MoS2
Monazit (eigentlich Monazit-(La), Monazit-(Ce), Monazit-(Nd) und Monazit-(Sm)): (La,Ce,Nd,Sm)[PO4]
Pechblende: UO2
Pentlandit:(Fe,Ni)9S8
Scheelit: CaWO4
Wolframit: (Fe,Mn)WO4
Zinkblende: ZnS
Zinnober: HgS
Importabhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland |
- 100 % bei Bauxit, Chrom, Mangan, Nickel, Platin und Zinn
- 99,5 % bei Kupfer
- 68 % bei Zink
Siehe auch |
- Lagerstättenkunde
- Bergbau
- Gang
- Metallurgie
Weblinks |
Einzelnachweise |
↑ Homepage der Bundesanstalt für Geowissenschaften