Botanik
Eine Pflanzengesellschaft im Ruwenzori-Gebirge
Die Botanik (altgriechisch βοτανική (ἐπιστήμη) .mw-parser-output .Latn{font-family:"Akzidenz Grotesk","Arial","Avant Garde Gothic","Calibri","Futura","Geneva","Gill Sans","Helvetica","Lucida Grande","Lucida Sans Unicode","Lucida Grande","Stone Sans","Tahoma","Trebuchet","Univers","Verdana"}botaniké [epistéme], von botáne‚ ‚Weide-, Futterpflanze‘ [epistéme -Wissenschaft]) erforscht als Pflanzenkunde ein Teilgebiet der Biologie, die Pflanzen. Sie befasst sich mit dem Lebenszyklus, Stoffwechsel, Wachstum und Aufbau der Pflanzen; ferner mit ihren Inhaltsstoffen (siehe Heilkunde), ihrer Ökologie (siehe Biozönose) und ihrem wirtschaftlichen Nutzen (siehe Nutzpflanze) sowie ihrer Systematik.
In ihren Ursprüngen geht die Botanik auf das medizinisch/heilkundliche Befassen mit Heilpflanzen zurück. Von einer ersten abstrakt-wissenschaftlichen Untersuchung und Systematisierung des Pflanzenreiches zeugen die Schriften von Theophrastos aus dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr.
Inhaltsverzeichnis
1 Abgrenzung
2 Fachgebiete
2.1 Kerngebiete
2.2 Spezialgebiete und angrenzende Disziplinen
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks
Abgrenzung |
Zu den Pflanzen im engeren Sinne zählen neben den Gefäßpflanzen auch die Moose und Grünalgen. Früher wurden auch Pilze, Flechten und die Prokaryoten (Bakterien und Archaeen) als Pflanzen angesehen. Obwohl man heute erkennt, dass diese (ebenso wie alle Algen außer den Grünalgen) phylogenetisch nicht näher mit den Pflanzen verwandt sind, werden Algengruppen wie Rotalgen, Braunalgen, Kieselalgen sowie Pilze und Flechten weiter in der Botanik behandelt.
Prokaryoten (einschließlich der darin enthaltenen Cyanobakterien, früher als Blaualgen bezeichnet), sind – zusammen mit anderen Mikroorganismen – seit längerem Objekte einer eigenen Disziplin, der Mikrobiologie.
Fachgebiete |
Lehrbuch für den Unterricht in der Botanik (1893)
Allegorie der Botanik am Oskar-von-Miller-Gymnasium in München
Kerngebiete |
Aufgrund der unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden haben sich im Kern fünf Teilgebiete der Botanik entwickelt:
Pflanzenmorphologie – Erforschung der Struktur und Form der Pflanzen mit den Teilgebieten
Morphologie im engeren Sinne – äußerer Bau der Pflanzen
Anatomie – innerer Bau der Pflanzen
Histologie – Gewebelehre
Zytologie – Feinbau der Zelle
Pflanzenphysiologie – Erforschung der allgemeinen Funktionsabläufe der Pflanzen mit den Teilgebieten
- Stoffwechselphysiologie
- Reiz- und Bewegungsphysiologie
- Entwicklungsphysiologie
Ökophysiologie der Pflanzen – beschäftigt sich mit Anpassungen der Pflanzenphysiologie aus ökologischer Sicht
Pflanzensystematik – Beschreibung und Ordnung der Pflanzenwelt mit den Teilgebieten
- Taxonomie
- Paläobotanik
Geobotanik – Erforschung der Pflanzen unter Konkurrenzbedingungen sowie deren Abhängigkeit vom Standort. Teilgebiete sind:
Vegetationskunde (synonym sind Pflanzensoziologie, Phytocoenologie) – befasst sich mit Aufbau und Struktur der Pflanzendecke
Arealkunde oder Chorologie – untersucht die Verbreitung der Pflanzensippen
historisch-genetische Geobotanik – erforscht die Verbreitung der Pflanzensippe in der Vergangenheit
Pflanzenökologie – untersucht die Beziehungen der Pflanzen und Pflanzengemeinschaften zu ihrer Umwelt
Feldbotanik – Sammeln von Arten bei Exkursionen und Anlegen von Vergleichssammlungen zur Bestimmung der Flora in einem Gebiet
Vielfach gibt es auch die Einteilung in Allgemeine und Spezielle Botanik sowie Angewandte Botanik. Die Angewandte Botanik befasst sich insbesondere mit der Nutzung von Pflanzen in Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Landschaftspflege und Umweltschutz.
Spezialgebiete und angrenzende Disziplinen |
Algologie (Phykologie)- Archäobotanik
- Biochemie
- Biophysik
- Cecidologie
- Ethnobotanik
- Forstbotanik
- Genetik
Gentechnik (Gentechnologie)
Geobotanik (Phytogeographie)
Heilpflanzenkunde (Phytopharmakognosie)- Holzbiologie
- Karpologie
- Mikrobiologie
- Molekularbiologie
- Mykologie
- Pflanzenzüchtung
- Phytopathologie
- Renaturierungsökologie
Siehe auch |
- Botanische Florilegia
Literatur |
- Ulrich Lüttge, Manfred Kluge, Gabriela Bauer: Botanik. 5. vollständig überarbeitete Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2005, ISBN 3-527-31179-3.
Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. Die Termini in ihrem historischen Zusammenhang. 2. erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg / Berlin 2003, ISBN 3-8274-1398-2.
- Andreas Held: Prüfungs-Trainer Biologie der Pflanzen. Elsevier/Spektrum Akademischer Verlag, 2004, ISBN 3-8274-1472-5.
Rudolf Schubert, Günther Wagner: Botanisches Wörterbuch. 12. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, 2000, ISBN 3-8001-2742-3.- Eckehart Johannes Jäger, Stefanie Neumann, Erich Ohmann: Botanik. 5. neu bearbeitete Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2003, ISBN 3-8274-0921-7.
Herder Lexikon der Biologie. 1. Aufl. Verlag Herder, 1996, ISBN 3-86025-156-2.- Joachim W. Kadereit et al.: Strasburger – Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften. Springer Spektrum, 37. vollständig überarbeitete & aktualisierte Auflage, Berlin & Heidelberg 2014. ISBN 978-3-642-54434-7 (Print); ISBN 978-3-642-54435-4 (eBook)
Weblinks |
Literatur über Botanik im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Erwin Neuenschwander: Botanik. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Peter von Sengbusch: Botanik online (1996–2004)
Virtual Library of Botany (Linkverzeichnis) (in Englisch)- Botanische Museen bei webmuseen.de