Teplice
| Teplice | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| |||||
| Basisdaten | |||||
Staat: | Tschechien | ||||
Historischer Landesteil: | Böhmen | ||||
Region: | Ústecký kraj | ||||
Bezirk: | Teplice | ||||
Fläche: | 2377,4053[1]ha | ||||
Geographische Lage: | 50° 39′ N, 13° 49′ O50.64333333333313.821944444444228 | ||||
| Höhe: | 228 m n.m. | ||||
Einwohner: | 49.563 (1. Jan. 2018)[2] | ||||
Postleitzahl: | 415 01 | ||||
Kfz-Kennzeichen: | U | ||||
| Verkehr | |||||
| Bahnanschluss: | Ústí nad Labem–Chomutov | ||||
| Struktur | |||||
| Status: | Statutarstadt | ||||
| Ortsteile: | 7 | ||||
| Verwaltung | |||||
Oberbürgermeister: | Jaroslav Kubera (Stand: 2018) | ||||
| Adresse: | náměstí Svobody 2 415 95 Teplice | ||||
| Gemeindenummer: | 567442 | ||||
Website: | www.teplice.cz | ||||
| Lage von Teplice im Bezirk Teplice | |||||
Teplice (deutsch Teplitz), 1895 bis 1918 deutsch Teplitz-Schönau, 1918 bis 1945 Teplitz-Schönau und tschechisch Teplice-Šanov, 1945 bis 1948 nur noch Teplice-Šanov, ist die Bezirksstadt in der nordböhmischen Region Aussig in Tschechien.
Inhaltsverzeichnis
1 Geographie
1.1 Geographische Lage
1.2 Stadtgliederung
2 Geschichte
2.1 Einwohnerentwicklung
3 Kultur und Sehenswürdigkeiten
3.1 Museen
3.2 Filmtheater
3.3 Bauwerke
3.3.1 Ehemalige Bauwerke
3.4 Parks
3.5 Regelmäßige Veranstaltungen
4 Wirtschaft und Infrastruktur
4.1 Kurhäuser
4.2 Verkehr
5 Persönlichkeiten
5.1 Söhne und Töchter der Stadt
5.2 Personen mit Bezug zur Stadt
6 Literatur
7 Weblinks
8 Einzelnachweise
Geographie |
Geographische Lage |
Die Stadt liegt im nördlichen Böhmen am Fuß der Südabdachung des Erzgebirges, nördlich des Böhmischen Mittelgebirges im Nordböhmischen Becken, etwa 54 km südlich von Dresden. Östlich erhebt sich die Doubravská hora (Teplitzer Schlossberg) (393 m).
Stadtgliederung |
Die Stadt Teplice besteht aus den Ortsteilen Hudcov (Hundorf), Nová Ves (Neudörfel), Prosetice (Prasseditz), Řetenice (Settenz), Sobědruhy (Soborten), Teplice (Teplitz-Schönau) und Trnovany (Turn). Grundsiedlungseinheiten sind Bílá cesta, Doubravice, Doubravka, Gagarinova, Hudcov, Hudcov-sever, Lázně Šanov (Bad Schönau), Na Bramši, Na haldách, Na hvězdě, Na Letné, Na stínadlech, Nemocnice, Nová Ves, Nové Prosetice-jih, Nové Prosetice-sever, Pod Doubravkou, Pod hvězdárnou, Pod Novou Vsí, Prosetice, Řetenice, Řetenice-sever, Sobědruhy, Šanov (Schönau), Šanov-západ, Teplice-střed, Trnovany, Třešňovka, U Angru, U Concordie, U červeného kostela, U lesní brány, U nádraží, U tří dubů, U vápenky, U vodojemu, U zámecké zahrady und Za Šanovem.[3]
Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Hudcov, Nová Ves u Teplic, Prosetice, Sobědruhy, Teplice, Teplice-Řetenice und Teplice-Trnovany.[4]
Geschichte |
Ortsansicht um 1870
Ansichtskarte aus etwa dem Jahr 1904 vom Schlossplatz in Teplitz-Schönau: Pestsäule, Johanneskirche, Schlosskirche
Schlossplatz mit der Johanneskirche (links)
Rathaus
Die Quellen von Teplitz sollen entsprechend der Sage 762 entdeckt worden sein. Urkundlich wurde die Stadt im 12., die Bäder im 16. Jahrhundert erwähnt. Königin Judith war es, die in den Jahren 1158–1164 etwa an der Stelle des heutigen Schlosses ein Benediktinerinnenkloster „ad aquas calidas“ (bei den warmen Wassern) gründete und es reich ausstattete. Der slawische Wortstamm für „Wärme“ findet sich auch im Ortsnamen wieder sowohl in der tschechischen als auch in der von dieser abgeleiteten deutschen Form. Das Kloster wurde in den Hussitenkriegen zerstört.
Die Herrschaft über Teplitz übten seit dem 13. Jahrhundert die Grafen Kinsky aus. 1467 erhielt Teplitz das Stadtrecht. Um 1630 gehörten Stadt und Schloss Wilhelm Kinsky von Wchinitz und Tettau, der zusammen mit Wallenstein 1634 in Eger ermordet wurde. Nachfolgend konfiszierte Kaiser Ferdinand II. Kinskys Besitzungen und verlieh Teplitz im selben Jahr an den Generalfeldmarschall Graf Johann von Aldringen, der jedoch 1634 bei Landshut fiel. Der Besitz kam an seine Schwester Anna, die mit Hieronymus Freiherr von Clary verheiratet war. Nach Erbstreitigkeiten wurden die neuen Besitzer 1666 endgültig bestätigt, wobei als Familienname Clary-Aldringen festgelegt wurde. Seitdem ist die Familie Clary-Aldringen mit Teplitz verbunden.
1793 wurde etwa die Hälfte der Bebauung in einem großen Stadtbrand zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte im klassizistischen Stil, was der Stadt den Beinamen Klein-Paris einbrachte.
In den napoleonischen Kriegen war Teplitz 1813 das Hauptquartier der drei alliierten Monarchen von Österreich, Preußen und Russland, die im Teplitzer Schloss ihr Bündnis gegen Napoleon abschlossen.
In Teplitz verständigten sich Österreich und Preußen am 1. August 1819 auf die Teplitzer Punktation.
Im September 1835 hatten die Monarchen von Österreich, Russland und Preußen, im Herbst 1849 der Kaiser von Österreich, die Könige von Preußen und Sachsen und am 25. Juli 1860 der Kaiser von Österreich und der Prinzregent von Preußen Zusammenkünfte in Teplitz. 1862 wurde das 1100-jährige Jubelfest der Thermen gefeiert und dabei ein Denkmal enthüllt.
Durch einen Wanddurchbruch im Kohlewerk Döllinger bei Dux am 10. Februar 1879, wohin von da an das Thermalwasser abfloß, war die Existenz von Teplitz als Kur- und Badeort in Frage gestellt. Dazu kam es nicht; durch zügig eingeleitete Baumaßnahmen konnte das Thermalwasser ab dem 3. März 1879 wieder an seinen alten Austrittsöffnungen zu Tage gefördert werden.[5]
Um 1888 bestanden in Teplitz als Heilquellen die beiden Stadtbadquellen Urquelle und Frauenbadquelle, 48 °C, die Steinbadquelle 34,6 °C, die Stephansquelle 36,75 °C, die Sandbadquelle 32,5 °C und die Wiesenquelle 32,7 °C. Hinzu kamen die Schlangenbadquelle mit 39 °C und die Neubadquelle mit einer Austrittstemperatur 44,75 °C in Schönau. Diese Quellen führten meist alkalisch-salinisches Wasser, mit nur geringen festen Bestandteilen, vorzugsweise kohlensaurem Natron, vermischt und speisten zehn Badehäuser. Das Thermalwasser sollte vornehmlich helfen gegen chronische Gelenkerkrankungen (Rheumatismus, Gicht), Lähmungen, bei skrofulösen Anschwellungen und Geschwüren, Neuralgien, beginnenden Rückenmarksleiden, aber auch bei Folgekrankheiten aus Schuss- und Hiebwunden und nach Knochenbrüchen („Bad der Krieger“). Die Urquelle diente auch zur Trinkkur. Die Besucherzahlen von Teplitz-Schönau beliefen sich 1887 auf 7.351 Kurgästen nebst 19.224 Passanten. Als Versammlungs- und Vergnügungsorte für die Badegesellschaft gab es den in der Mitte der Stadt gelegenen Kurgarten, in welchem sich das neue Stadttheater, die Trinkhallen, der Kursalon und das palastartige Kaiserbad befinden; der Garten und Park des fürstlich-claryschen Schlosses; die 264 m hohe Königshöhe mit dem Schießhaus, der Schlackenburg und dem Denkmal König Friedrich Wilhelms III.; das Belvedere; der Seumepark mit dem Grabmal Johann Gottfried Seumes; der Kaiserpark; die Payer- und Humboldt-Anlagen; der 392 m hohe Schlossberg mit Schlossruinen; der Turner und Propstauer Park.
Hier wurden die ersten einheitlichen Dienstgrade in allen Feuerwehren der österreichischen Hälfte von Österreich-Ungarn existieren seit 1892. Sie wurden auf dem 5. Feuerwehrtag beschlossen. Es war einer der ersten Beschlüsse des Ständigen Österreichischen Feuerwehr-Ausschusses, dem Vorgänger des Bundesfeuerwehrverbandes.
Im Jahr 1895 wurde Teplitz mit dem 1884 zur Stadt erhobenen Badeort Schönau (Šanov) vereint. Die Stadt erhielt den Doppelnamen Teplitz-Schönau.
Ab 1918 gehörte die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs österreichische Stadt Teplitz-Schönau zur Tschechoslowakei. Sie zählte am 1. Dezember 1930 23.100 deutsche und 5.300 tschechische Einwohner. Teplitz war Sitz zahlreicher deutsch-böhmischer bzw. sudetendeutscher Organisationen, darunter des Sekretariats der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei.[6]
Durch das Münchner Abkommen kam Teplitz-Schönau 1938 zum Deutschen Reich. Am 17. Mai 1939 hatte die Stadt 26.281 Einwohner. Bis zum Zweiten Weltkrieg stand die größte Synagoge Böhmens in Teplice, sie wurde am 14. März 1939 niedergebrannt.[7]
Teplitz-Schönau war von 1938 bis 1945 Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Teplitz-Schönau im Regierungsbezirk Aussig im Reichsgau Sudetenland. Am 1. Oktober 1942 wurden die Stadt Turn und die Gemeinde Settenz nach Teplitz-Schönau eingegliedert. Die Staatsschule für Keramik und verwandte Gewerbe in Teplitz-Schönau existierte bis 1945.
Die deutschböhmische Bevölkerungsmehrheit wurde 1945 enteignet und vertrieben, so auch die Adelsfamilie Clary-Aldringen. In der Folgezeit zogen viele Migranten aus dem Landesinneren, aus der Slowakei und „Repatrianten“, Angehörige tschechischer und slowakischer Minderheiten im Ausland, sowie viele Roma hierher. Im Mai 1947 wurden 22.783 Einwohner registriert. 1948 erfolgte der Zusammenschluss der Stadt Teplice-Šanov mit den Orten Novosedlice, Proboštov, Řetenice, Trnovany, Sobědruhy und Malý Újezd zur Stadt Teplice[8]. 1954 wurden die Pläne für „Velké Teplice“ aufgegeben und ein Teil der Orte erhielt ihre Selbstständigkeit zurück.
Das Stadtbild des alten Teplitz wurde in der sozialistischen Zeit umgestaltet. Allein der Schloss-Platz (mit Heiligkreuzkirche, Dekanatskirche, Dreifaltigkeitssäule, Schloss und gegenüberliegender Häuserzeile) ist einigermaßen erhalten geblieben. Am ehemaligen Marktplatz (jetzt Platz der Freiheit) wurden viele Gründerzeithäuser abgerissen, um Platz für ein Einkaufszentrum und das Telekom-Gebäude zu schaffen. Seit den 1990er Jahren existiert im Stadtzentrum ein leerstehendes großes Gebäude, das Teil des ehemaligen Hotels Thermia war.[9]
Einwohnerentwicklung |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1830 | 02.091 | in 310 Häusern[10][11] |
| 1852 | ca. 2.800 | [12] |
| 1869 | 11.850 | [13][14] |
| 1880 | 17.050 | [13] |
| 1890 | 20.575 | [13] |
| 1900 | 24.420 | mit Schönau, deutsche Einwohner[15] |
| 1910 | 26.777 | mit Schönau[13] |
| 1921 | 28.892 | mit Schönau[13] |
| 1930 | 30.799 | davon 23.127 Deutsche, 5.332 Tschechen und 1.736 Ausländer[16] |
| 1939 | 25.996 | davon 2.833 Evangelische, 21.277 Katholiken, 130 sonstige Christen und 264 Juden[16] |
| Jahr | 19502 | 19613 | 19704 | 19805 | 19914 | 20015 | 20115 |
| Einwohner | 35.466 | 42.825 | 50.658 | 53.964 | 53.004 | 51.060 | 49.640 |
2 Teplice mit Šanov und Trnovany
3 Teplice mit Šanov, Trnovany, Nová Ves und Prosetice
4 Teplice mit Šanov, Trnovany, Nová Ves, Prosetice und Řetenice
5 Teplice mit Šanov, Trnovany, Nová Ves, Prosetice, Řetenice, Hudcov und Sobědruhy
Kultur und Sehenswürdigkeiten |
Museen |
Regionalmuseum50.637350313.8259401
Botanischer Garten50.638588913.8421838
Filmtheater |
Das Kino Květen50.639830713.8262808 im Kulturhaus am Friedensplatz und das Premiere Cinemas50.6398213.823573 am Freiheitsplatz projizieren Filme mit 3D-Technologie.
Bauwerke |
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Teplice
Siehe auch: Liste von Bauwerken in Teplice
Schloss Teplitz: Das Schloss, dessen Teile spätgotische, barocke und klassizistische Baustile aufweisen, stand über 300 Jahre bis 1945 im Besitz der Adelsfamilie Clary-Aldringen (vorher Wressowitz bzw. Kinsky). Das Anwesen war ein Treffpunkt namhafter Personen aus Politik und Gesellschaft, z. B. Giacomo Casanova, Johann Wolfgang von Goethe, Frédéric Chopin und Franz Liszt. Das sehenswerte Gebäude beherbergt heute das Regionalmuseum Teplice. Dazu gehört ein weitläufiger Schlosspark und ein Theater.

Schloss Teplitz

Schlosspark

Schlosskirche zum Heiligen Kreuz
Haus „Zur Harfe“
Pestsäule vor Dekanatskirche Johannes des Täufers (links) und Schlosskirche (rechts)
- Schlosskirche „Zum Heiligen Kreuz“ (Zámecký kostel „Povýšení sv. Kříže“): Die Kirche stammt aus dem Jahr 1586 und erhielt ihre heutige romantische Gestalt während eines Umbaus von 1798 bis 1806. Seit 1950 wird das Gotteshaus von Anhängern der Orthodoxen Kirche der tschechischen Länder und der Slowakei genutzt.
Dekanatskirche Johannes der Täufer (Děkanský kostel sv. Jana Křtitele): Der genaue Zeitpunkt der Errichtung der am Schlossplatz gelegenen Kirche ist unbekannt. Der Turm stammt aus dem Jahr 1594. Die heutige barocke Gestalt erhielt die Kirche bei einem Umbau zwischen 1700 und 1703. Die Ausstattung umfasst unter anderem Gemälde von Peter Johann Brandl und Wenzel Lorenz Reiner. Die Kirche beherbergt zudem die Grabstellen der Familien Wchynsky, Aldringen und Clary-Aldringen.- Kirche der Heiligen Elisabeth von Ungarn (Kostel svaté Alžběty Uherské): neugotische Hallenkirche
- Dreifaltigkeits- oder Pestsäule: Die auf dem Schlossplatz befindliche Säule stammt von Matthias Bernhard Braun.
- Erzgebirgisches Theater: Der 1921–1924 nach Entwurf des Dresdner Architekten Rudolf Bitzan und unter Mitwirkung des Bühnentechnikers Adolf Linnebach errichtete Bau war damals das nach Prag zweitgrößte Theater der Tschechoslowakei. Seine gediegene Innenausstattung zeigte stilistische Einflüsse des Expressionismus und des Art déco.
- Kolostuj-Türmchen (Kolostujovy věžičky) – ehem. Renaissance-Lustschloss, errichtet von Radslav Vchynský (1600).
- Beuronkapelle (Beuronská kaple) des Gymnasiums Teplice, gestaltet von der Beuroner Kunstschule (1888–1889).
- Das Denkmal für Mozart wurde nach 1945 vom Schlossplatz entfernt und erhielt einen anderen Standort.
Doubravská hora: Auf dem östlich der Stadt gelegenen Teplitzer Schlossberg befindet sich eine gotische Burgruine mit Festungsanlagen.- Das Haus „Zur Harfe“, Badeplatz Nr. 75: Hier wohnte vom 4. August bis zum 18. September 1811 Ludwig van Beethoven. Das Haus enthält eine Gedenktafel und im Inneren ein sehr originelles Restaurant mit zahlreichen Bildern von Beethoven-Autographen und Porträts des Komponisten.
Ehemalige Bauwerke |
Der Abriss der Stadtbefestigung erfolgte im Jahr 1810.
Mittelalterliche Stadttore in Teplitz: [17]
- Badtor (Lázeňská brána), nach Stadtbrand von 1793 abgerissen
- Schlosstor oder Biliner Tor (Zámecká / Bílinská brána), 1810 abgerissen
- Waldtor (Lesní brána), 1846 abgerissen
- Graupner oder Dresdner Tor (Krupská / Drážďanská brána), 1826 abgerissen
Parks |
Schlosspark50.63444413.822136
Botanischer Garten (Botanická Zahrada)50.63796213.842006
Šanovský park50.64209913.836475
Regelmäßige Veranstaltungen |
- Jährliche Eröffnung der Kursaison Ende Mai.
- Böhmisch-Sächsisches Musikfestival
Wirtschaft und Infrastruktur |
Urquelle „Pravřídlo“
Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch in der Umgebung von Teplice der Abbau von Hartbraunkohle im größeren Stil. Die Stadt hatte sich, begünstigt durch die in der Umgegend befindlichen reichen Braunkohlenlager, zu einem bedeutenden Industrie- und Handelsplatz entwickelt. Textil-, Metall-, Porzellan-, Glas-, Nahrungsmittel- und chemische Industrie siedelten sich hier an. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts ist Teplice ein Ort, in dem vor allem Glas und Keramik produziert wird.
Im Ortsteil Řetenice befindet sich ein Flachglaswerk von AGC.[18]
Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist das Kurwesen, wozu die im Ortsgebiet entdeckten Thermalquellen wesentlich beitragen.
Kurhäuser |
Es werden in erster Linie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Probleme im Zusammenhang mit Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen und Nervenkrankheiten behandelt. Öffentliche Kurbäder sind
- das Kaiserbad (Císařské lázně)
- das Kurhaus Beethoven (Lázeňský dům Beethoven) mit dem Parkbad (Sadové lázně)
- das Steinbad (Kamenné lázně)
- das Neue Bad (Nové lázně)
- das Schlangenbad (Hadí lázně)
- das Militärbad (Vojenské lázně)
- das Theresienbad (Tereziny lázně) in Dubí (Eichwald)
Verkehr |
Die Stadt liegt an der wichtigen Hauptbahn von Ústí nad Labem über Chomutov nach Cheb, Nebenstrecken führen nach Děčín (Tetschen) und nach Lovosice (Lobositz).
Wie in anderen Städten Tschechiens gaben die Verkehrsbetriebe in den 1960er Jahren die alte meterspurige Straßenbahn zu Gunsten des Obus Teplice auf.
Aus dem nahen Bohosudov (Mariaschein) führt ein Sessellift zum Gipfel des Komáří hůrka (Mückenberg) auf dem Erzgebirgskamm.
Die Überlandbuslinie 398[19] verbindet Teplice mit der nahe gelegenen Stadt Altenberg auf deutscher Seite.
Persönlichkeiten |
Söhne und Töchter der Stadt |
Geordnet nach Geburtsjahr
Joseph Freiherr von Smola (1764–1820), Generalmajor und Commandeur des Militär-Maria-Theresien-Ordens
Alfred Meißner (1822–1885), Schriftsteller und Mediziner
Camill Heller (1823–1917), Zoologe
Anton von Radziwill (1833–1904), preußischer General
Anton Tausche (1838–1898), Wanderlehrer, Politiker
Gustav Karl Laube (1839–1923), Geologe, Paläontologe, Forschungsreisender, Ehrenburger von Teplitz-Schönau
Julius von Payer (1842–1915), Polar- und Alpenforscher, Kartograf und Professor der Militärakademie
Robert Gersuny (1844–1924), Chirurg
Otto Perutz (1847–1922), Chemiker und Industrieller
Karl Pohlig (1858–1928), Dirigent und Komponist
August Stradal (1860–1930), Klaviervirtuose, Arrangeur und Musiklehrer
Karl Panzner (1866–1923), Dirigent und städtischer Musikdirektor in Düsseldorf
Gustav Jirsch (1871–1909), Architekt
Emanuel Kudela (1876–1920), Radrennfahrer
Maximilian Preibisch (1877–1940), österreichischer Bildhauer, geboren in Prasseditz
Emil Lehmann (1880–1964), sudetendeutscher Volkstumskämpfer, geboren in Turn
Emanuel Strubich (1887–1922), Bergsteiger
Anton Franz Schmid (1893–1955), Dramatiker
Michal Mareš (1893–1971), tschechischer Journalist, Lyriker und Feuilletonist
Hugo Hantsch (1895–1972), Benediktinermönch, römisch-katholischer Pfarrer, Universitätsprofessor, Historiker und NS-Verfolgter
Melchior Vischer (1895–1975), Schriftsteller und Regisseur
Franziska zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1897–1989), Prinzessin zu Hohenlohe-Waldenburg, Ehefrau des Erzherzogs Maximilian Eugen von Österreich
Humbert Achamer-Pifrader (1900–1945), SS-Standartenführer
Paul Kohner (1902–1988), Filmproduzent
Friedrich Kohner (1905–1986), Schriftsteller und Drehbuchautor
Adolf Siegl (1908–1999), Chemiker und Studentenhistoriker
Edward Rothe (1909–1978), Regisseur und Schauspieler
Karl Löb (1910–1983), Kameramann
Oskar Willner (1910–1987), Schauspieler und Theaterregisseur
Walter Janowitz (1913–1997), Schauspieler
Maxi Böhm (1916–1982), Schauspieler und Kabarettist
Harald Schwarz (1921–1995), Puppenspieler
Hans Kindermann (1922–2018), Jurist
Jiří Majer (1922–2008), tschechischer Bergbauhistoriker
Karl Richard Tschon (1923–1993), Schriftsteller und Hörspielautor
Doris Jannausch (1925–2017), Schriftstellerin, Theater-Schauspielerin und Kabarettistin
Irene Goß (1928–2015), Sängerin und Politikerin (SPD)
Walter Hanel (* 1930), Karikaturist
Rudolf E. Kaiser (* 1930), Chemiker (Analytiker)
Peter Dittrich (1931–2009), Karikaturist und Filmschaffender
Simon Dittrich (* 1940), Maler und Graphiker
Herbert Werner (* 1941), Politiker (CDU), Bundestagsabgeordneter von Ulm, 1991–98 Vorsitzender der Ackermann–Gemeinde
Hildegard Alex (* 1942), Theater-, Film- und Fernsehdarstellerin
Lothar Rechtacek (1943–2013), Maler, Grafiker und Bildhauer
Wolfgang Kunert (* 1943), Regierungspräsident der Oberpfalz
Helmut Pfleger (* 1943), Schachspieler
Reinhold Andert (* 1944), Liedermacher, Autor und Historiker
Peter K. Fraps (1945–2015), Arzt der Bundeswehr
Ilja Srubar (* 1946), Soziologe
Peter Kral (* 1947), Jazzmusiker
Jiří Brázda (* 1952), Maler, Grafiker und Exlibriskünstler[20]
Jaromír Kohlíček (* 1953), Politiker und Mitglied des Europäischen Parlaments
Milan Špalek (* 1966), Musiker, gründete 1983 in Teplice die Band Kabát
Robert Lang (* 1970), Eishockeyspieler
Radek Bečka (* 1979), Radsportler
Jakub Mareš (* 1987), Fußballspieler
Lucie Voňková (* 1992), Fußballspielerin
Personen mit Bezug zur Stadt |
Adam Adamandy Kochański (1631–1700), polnischer Mathematiker, starb hier
Johann Gottfried Seume (1763–1810), Schriftsteller und Dichter, starb hier
Charlotte von Ahlefeld (1781–1849), deutsche Schriftstellerin, starb hier
Franz Wenzl Tobisch (1788–1873), katholischer Geistlicher, wirkte von 1818 bis 1873 in Teplitz und starb hier
Eduard Tobisch (1840–1927), Jurist und k.k. Hofrat, starb hier (Neffe von Franz Wenzl Tobisch)
Theodor Grohmann (1844–1919), Großindustrieller, Großgrundbesitzer, Handelskammerrat und Mäzen
Hermann Rudolph (1846–1924), Architekt, Bergwerksbesitzer und Mäzen
Reginald Czermack (1847–1929), Unternehmer und Feuerwehrfunktionär
Herman Bang (1857–1912), dänischer Dichter, vollendete Ende August bis 7. November 1887 seinen Großstadtroman Stuk in Teplitz
Otto Tetens (1865–1945), Naturwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Astronomie, starb hier
Josef Brechensbauer (1867–1945), Pädagoge und Heimatforscher
Oscar Straus (1870–1954), österreichischer Operettenkomponist
Johann Wenzel Hocke (1871–1940), Professor für Flugzeugbau, Maler und Bildhauer
Ferdinand Josef Schneider (1879–1954), Literaturhistoriker, besuchte hier das Gymnasium
Theodor Veidl (1885–1946), Komponist
Kurt Eichhorn (1908–1994), Dirigent
Franz Stoß (1909–1995), österreichischer Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter, 1933/34 Regisseur am Stadttheater
Hanna Kohner (1919–1990), Holocaust-Überlebende, wuchs hier auf
Fritz Baier (1923–2012), Politiker (CDU)
Literatur |
- Georg Delhaes: Der Badeort Teplitz-Schönau in Böhmen. Seine Umgebungen, seine Thermalquellen und Moorbäder. Nebst einer Anleitung zu dem beim Curgebrauche zu beobachtenden Verhalten. Junk, Teplitz 1867 (E-Kopie).
- Georg Delhaes: Die Thermen und Moorbäder zu Teplitz-Schönau (Böhmen). In ihrer physiologischen und therapeutischen Wirkungen. Eine balneologische Studie auf Grund einer 15jährigen Erfahrung. 3. Auflage. Dominicus, Prag u. a. 1878.
- Hugo Gerold: Studien über die Bäder zu Teplitz. Wilhelm Braumüller, Wien 1886.
- Hermann Fischer: Bad Teplitz, wie es jetzt ist. Ein Handbuch für Kurgäste. Verlags-Comptoir, Grimma 1839 (E-Kopiet).
- Ludwig Friedenthal: Der Curort Teplitz-Schönau in Böhmen. Topographisch und medicinisch dargestellt. Alfred Hölder, Wien 1877.
Hermann Hallwich: Töplitz. Eine deutsch-böhmische Stadtgeschichte. Duncker & Humblot, Leipzig 1886.
Rudolf Hemmerle: Teplitz-Schönau. In: Rudolf Hemmerle: Sudetenland-Lexikon. Für alle, die das Sudetenland lieben (= Deutsche Landschaften im Lexikon. Bd. 4). 2., erweiterte Auflage. Kraft, Mannheim 1985, ISBN 3-8083-1163-0.- Raimund Klaus: Die denkwürdigen Begebenheiten in der Gegend von Teplitz und Kulm von 722 bis 1838. Medau, Prag u. a. 1838 (E-Kopie).
- Mattheus Leder: Kurtze Beschreibung Des Heilsamen Warmen Bades Der Hoch-Gräffl. Clarischen Stadt, Töplitz, In dem Königreiche Böhmen, Leitomiritzer Kreises gelegen. Kuhfus, Freiberg 1717, (E-Kopie).
Josef von Löschner (Hrsg.): Teplitz und die benachbarten Curorte vom naturhistorischen, medicinisch-geschichtlichen und therapeutischen Standpunkte (= Beiträge zur Balneologie. 2, ZDB-ID 525448-6). Dominicus, Prag u. a. 1867 (E-Kopie).- Adolf Lustig (Hrsg.): Karlsbad und Teplitz-Schönau. balneotherapeutisch dargestellt für Trink- und Badecurbedürftige. 2., wesentlich veränderte Auflage. Wilhelm Braumüller, Wien 1886.
August Em. Reuss: Die Thermen von Teplitz. Medau, Prag 1844 (E-Kopie).- J. Scheider: Bad Teplitz-Schönau und Umgebung. Praktischer Führer für Reisende. Ratgeber für Kurgäste (= Grieben-Reiseführer. 44, ZDB-ID 972281-6). 12. Auflage, neu bearbeitet. Goldschmidt, Berlin 1907.
- Gottfried Schmelkes: Teplitz und seine Minaral-Quellen mit besonderer Rücksicht auf ihren Werth als Heilmittel: Dresden, Leipzig und Prag 1841 (E-Kopie).
- Max Türp: Die Entwicklung des Kohlenbergbaues im Braunkohlenrevier Teplitz-Brüx-Komotau (= Wissenschaftliche Materialien und Beiträge zur Geschichte und Landeskunde der böhmischen Länder. H. 22, ZDB-ID 501114-0). Lerche, München 1975, ISBN 3-87478-114-4.
- A. Voigt: Teplitz und seine Umgebungen. Ein Wegweiser für Fremde. Dresden 1826 (E-Kopie).
Weblinks |
- Offizielle Website des Kurortes Teplitz
- Informationen zu den Kurhäusern
Historische Karte der Herrschaft Toeplitz mit verschiedenen Ortsansichten (Zürner, Amsterdam 18. Jh.)- Audiolehrpfad durch die Stadt
- Teplitz – Klein-Paris
Einzelnachweise |
↑ http://www.uir.cz/obec/567442/Teplice
↑ Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2018 (PDF; 421 KiB)
↑ http://www.uir.cz/zsj-obec/567442/Obec-Teplice
↑ http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/567442/Obec-Teplice
↑ Anton A. Naaf: Die Dux-Teplitzer Gruben- und Quellenkatastrophe vom Jahre 1879. Leipzig : Knapp, 1879. Digitalisat
↑ Rudolf Hemmerle: Teplitz-Schönau. In: Rudolf Hemmerle: Sudetenland-Lexikon. 2., erweiterte Auflage. 1985, S. 440.
↑ Teplitz-Schönau (Böhmen), Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, abgerufen 5. April 2015.
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↑ Jiří Brázda (Kurzbiografie, Werke) auf artbohemia.cz; abgerufen am 12. April 2015.
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